Mi 09.03.16

Online-Geschäft: Trend zum Bausteintourismus


Vor allem Kurzreisen werden über das Internet gebucht, darunter auch Citytrips - im Bild Rom. Foto: Peggy Choucair/pixabay

Vor allem Kurzreisen werden über das Internet gebucht, darunter auch Citytrips - im Bild Rom. Foto: Peggy Choucair/pixabay

Die Online-Reiseindustrie wächst nicht mehr in allen Bereichen so stark wie einstmals, aber sie wächst weiter deutlich. Über 60 Prozent des Wachstums  der Touristikbranche im vergangenen Jahr kamen aus digitalen  Vertriebskanälen. Dies ist das Fazit des ITB Online Summit, auf dem der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) unter anderem Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) präsentiert.

Wichtigster Trend im Online-Geschäft: Während die Vermittlung klassischer Pauschalreisen kaum noch zulegt, stellen sich immer mehr Online-Surfer die einzelnen Bestandteile ihrer Reise selbst zusammen. Das müssen nicht immer Endverbraucher sein: Auch Reisebüros greifen verstärkt auf Online-Buchungs-Tools zu, darunter das Hotelpartnerprogramm von Expedia.  

Aktuell sei die Pauschalreise bei Urlaubsreisen ab fünf Tagen über alle Vertriebskanäle gesehen noch die  wichtigste Organisationsform, sagt VIR-Vorstand Michael Buller. Doch die Zahlen würde zeigen, „dass der  langfristige Strukturwandel zu Gunsten von einzelnen Reisebausteinen in vollem Gange“ sei.

Getrieben werde diese Dynamik bei vor allem durch Online-Buchungen, ist Buller überzeugt. Schon jetzt liegt laut FUR im Online-Geschäft die Zahl der reinen Unterkunftsbuchungen mit einem Anteil von 47 Prozent weit vor den Pauschalreisen mit einem Anteil von 33 Prozent.   
 
Auffallend ist zudem, dass offenbar Kurzreisen von zwei bis vier Tagen verstärkt über das Internet gebucht werden. Die Onliner hatten 2015 in diesem Geschäft laut FUR einen Marktanteil von 67 Prozent unter allen Vertriebskanälen. Dies zeigt: Reisebüros haben das Potenzial dieses Segments nach wie vor nicht erkannt.

Dabei sind Online-Surfer gar nicht einmal jene Spontanbucher, wie es oftmals suggeriert wird: Im Schnitt nehmen sie sich fast sechs Tage Zeit für eine Buchung. „Die meisten Kunden recherchieren während der Woche alle Optionen und schließen den Kauf am Wochenende ab“, berichtet Mike Weiler, Deutschland-Chef des Web-Spezialisten Tradedoubler. Habe der Kunde bis Montag nicht gebucht, sei er für den Online-Anbieter verloren.

Laut GfK und DRV generiert der Online-Vertrieb inzwischen rund ein Drittel aller touristischen Umsätze in Deutschland. 65 Prozent kommen nach wie vor über Offline-Vertriebswege wie das klassischen Reisebüro, Callcenter oder Direktbuchungen bei Veranstaltern. Dabei spielen vor allem die Anbieter von Busreisen eine wichtige Rolle.

Insgesamt wurden 2015 in Deutschland Reiseleistungen im Wert von 58 Milliarden Euro vorab gebucht.

 

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