Mo 11.09.17

DRV: Ex-Präsidenten zweifeln an Türkei-Tagung


Wann der amtierende DRV-Präsident Norbert Fiebig eine Entscheidung zur geplanten Tagung 2018 in der Türkei bekanntgeben wird, steht noch nicht fest. Foto: DRV

Wann der amtierende DRV-Präsident Norbert Fiebig eine Entscheidung zur geplanten Tagung 2018 in der Türkei bekanntgeben wird, steht noch nicht fest. Foto: DRV

Das Festhalten des DRV an der für 2018 im türkischen Kusadasi geplanten Jahrestagung wird von ehemaligen Präsidenten und Vorstandsmitgliedern unterschiedlich bewertet. Während Ehrenpräsident Klaus Laepple und der frühere Ameropa-Chef Walter Krombach für eine sofortige Absage plädieren, setzen die Ex-Präsidenten Jürgen Büchy und Gerd Hesselmann auf Zeit.

Allerdings sehen auch Büchy und Hesselmann wenig Chancen für den Austragungsort. Zwar wäre die Tagung in Kusadasi „ein starkes Signal der Normalität und der Solidarität“, so Büchy in der „Umfrage der Woche“ von touristik aktuell. Gleichzeitig gesteht der Touristiker, der von 2010 bis 2014 Präsident des DRV war: „Wir haben keine Normalität in der Destination.“

Aus seiner Sicht könne die Tagung in Kusadasi nur nach der „Wiederherstellung eines stabilen, berechenbaren politischen Umfelds“ stattfinden. Um diese Chance zu erhalten, würde Büchy eine Entscheidung über die Tagung „solange wie möglich hinauszögern“.

Laepple und Krombach sehen das anders. Aus ihrer Sicht ist schon jetzt klar, dass es für eine Tagung in der Türkei unter den aktuellen Umständen nur sehr wenige Anmeldungen geben wird. „Wer reist denn in offizieller Mission in ein Land, in dem er Gefahr läuft, festgenommen zu werden“, fragt Laepple rhetorisch. Wenn der Verband die Mitglieder nach ihrer Meinung fragen würde, „bekäme er eine klare, demokratische Antwort“, ist Laepple überzeugt.

Gerd Hesselmann, DRV-Präsident von 1994 bis 2000, würde ähnlich wie Büchy mit einer Entscheidung noch warten. Aufgrund der aktuellen Situation empfiehlt er dem Verband aber, auf der nächsten Jahrestagung Anfang Dezember in Ras al Khaim bereits eine Alternative in der Tasche zu haben. „Aufgrund der Bedeutung der Türkei für die deutsche Reiseindustrie“ würde auch er „auf jeden Fall die Mitglieder einbeziehen“.

Aus Sicht des amtierenden Präsidenten Norbert Fiebig ist es „gut und richtig, dass die Branche dieses wichtige Thema intensiv diskutiert und von allen Seiten beleuchtet“. Die Debatte fände auch innerhalb des DRV statt. Wann eine Entscheidung fallen könnte, sagt Fiebig jedoch nicht: „Die Gremien des DRV werden zur gegebenen Zeit die unterschiedlichen Argumente abwägen und eine Entscheidung treffen“, so der Verbandspräsident gegenüber touristik aktuell.

Den genauen Wortlaut der Umfrage lesen Sie in der ta-Ausgabe 35/2017, die diese Woche erscheint.

 

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