Mi 05.10.16

Flugausfälle: Keine Entschädigung


Wenig Infos dafür ein gekündigter Reisevertrag. Die Kunden leiden unter den Reiseabsagen. Foto: TUI Fly

Wenig Infos dafür ein gekündigter Reisevertrag. Die Kunden leiden unter den Reiseabsagen. Foto: TUI Fly

Nach den zahlreichen Flugausfällen bei Air Berlin und TUI Fly können sich betroffene Kunden kaum Hoffnung auf Schadenersatz machen. Aufgrund der besonderen Situation haben sie lediglich Anspruch auf den Ticket-Preis.

Pauschalreisende erhalten den gesamten Reisepreis zurück, sollte der Veranstalter den Reisevertrag vor Antritt der Reise gekündigt haben. Ist dies nicht der Fall, liegt ein Reisemangel vor, berichtet der Kemptener Reiserechtsexperte Ernst Führich. Neben der „Reisepreisminderung“ müssen dann auch Mehrkosten übernommen werden.

Im Fall der Vertragskündigung gibt es kaum eine Chance auf zusätzliche Entschädigungen. Denn die Veranstalter haben nach Einschätzung von Führich den Pauschalflugreisevertrag wegen höherer Gewalt nach Paragraph 651j BGB zu Recht gekündigt. Ein akuter Anstieg von Krankheitsfällen sei „eine organisierte, gemeinsame Arbeitsniederlegung durch massenhafte Krankmeldung“. Dies gelte als „wilder Streik“.

Dieser Streik sei zwar ein innerbetriebliches Thema von TUI Fly, ist nach Meinung von Führich jedoch „ein unvermeidbarer und außergewöhnlicher Umstand im Sinne von höherer Gewalt“. Die frühere Unterscheidung zwischen einem internen (keine höhere Gewalt und somit ein Reisemangel) und externen Streik (höhere Gewalt) werde im Reiserecht zunehmend nicht mehr vertreten.

TUI selbst spricht mit Blick auf die Vertragskündigungen von einer „Notfallentscheidung“. Man habe immer versucht, für die Kunden Ersatzflüge zu buchen. Man „versuche mit Hochdruck, die Durchführung des Flugplans über Partner sicherzustellen.“

Nicht nur Kunden, auch Reisebüros sind momentan ernüchtert: „Wir werben mit den Vorteilen der Veranstalterreise. Und was macht TUI? Kündigt die Reiseverträge, statt an den Flughäfen zu helfen“, fasst Robbie Schlagboehmer vom First Reisebüro in Oberhausen in einer E-Mail an TUI-Vertriebsdirektor Michael Knapp den Frust des Vertriebs zusammen.

Das einzig Positive: Die Provisionen für die ausgefallenen Reisen will TUI unverändert zahlen, verweisen Reisebüros auf Informationen im TUI-Newsnet.

 

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