Mi 22.11.17

Airlines: Starke Verschiebungen in Deutschland


Easyjet wird im nächsten Jahr den deutschen Flugmarkt stark aufmischen – besagt auch eine aktuelle Studie. Foto: Easyjet

Easyjet wird im nächsten Jahr den deutschen Flugmarkt stark aufmischen – besagt auch eine aktuelle Studie. Foto: Easyjet

Infolge der Insolvenz von Air Berlin könnten sich die Kräfteverhältnisse im deutschen Luftverkehr nach Einschätzung von Airline-Experten „teils dramatisch verschieben“. Demnach werden besonders die Lufthansa-Gruppe und Easyjet, die große Teile der Air-Berlin-Flotte übernehmen, Marktanteile zugewinnen, heißt es in einer Projektionsstudie der Flug-Unternehmensberatung Prologis.

In der Untersuchung, die auf dem Aviation Symposium des Travel Industry Clubs vorgestellt wurde, werden auch konkrete Beispiele für das Ausmaß der Marktverschiebungen genannt. So käme Lufthansa, sollten die geplanten Übernahmen durch die EU genehmigt werden, etwa am Airport München künftig auf einen Marktanteil von 90 Prozent, in Düsseldorf wären es 84 Prozent.

Easyjet profitiert prozentual sogar noch mehr: Prologis geht davon aus, dass der Billigflieger nach Sitzplatzkapazität in Deutschland um 14 Prozent wachsen würde, während für die LH-Gruppe nur zehn Prozent prognostiziert werden. Würden die jüngst bekannt gewordenen Pläne genehmigt, sei der britische Low-Cost-Carrier künftig sogar Marktführer in Berlin, heißt es weiter.

Easyjet will im Rahmen der Übernahme Leasing-Verträge für bis zu 25 Flugzeuge vom Typ A320 schließen und diese in Tegel stationieren. Beginnen will die Airline nach Angaben des Flug-Nachrichtenportals Airliners.de im Januar mit 14 Maschinen im Wetlease, zum Winterflugplan 2018/2019 sollen dann alle Flugzeuge selbst betrieben werden. Thomas Haagensen, Easyjet-Geschäftsführer für Europa, sagte der FAZ, dass ab Tegel „ausgewählte Strecken in Deutschland“ sowie zügig ein Europa-Netz aufgebaut werden solle.

Entsprechend würde in Deutschland auch das gesamte Angebot der Low-Cost-Carrier wachsen, heißt es in der Studie weiter: von einem Marktanteil von derzeit 22 Prozent auf dann 41 Prozent.

Auf europäischer und internationaler Ebene halten sich die Umwälzungen dagegen in Grenzen: Insgesamt würde der weltweite Marktanteil der Lufthansa Group von derzeit 41 Prozent auf 44 Prozent steigen, der Marktanteil in Europa von derzeit 34 Prozent auf 39 Prozent, so Prologis-Chef Gerd Pontius. Auch die Ticket-Preise in Deutschland werden sich ihm zufolge „schnell wieder normalisieren“, sobald die Kapazitätslücken geschlossen seien.

 

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