Sa 25.11.17

Adelaide: Kultur am Wüstenrand


Südaustraliens Hauptstadt ist stolz auf den Spitznamen Festival City


Hier entspannen die Südaustralier: Promenade von Glenelg Beach

Hier entspannen die Südaustralier: Promenade von Glenelg Beach

Mit zahlreichen Outdoor-Festivals lockt Adelaide Touristen in die Stadt. Fotos: SATC

Mit zahlreichen Outdoor-Festivals lockt Adelaide Touristen in die Stadt. Fotos: SATC

South Australia ist die Unbekannte des Fünften Kontinents. Wo beginnt der australische Bundesstaat und wo hört er auf? Südaustralien hat überaus große Reichweiten und Unterschiede, vom Weinanbau in grünen Tälern bis zur Opalförderung im staubigen Outback, vom einzigartigen Kangaroo Island bis zu dem reichhaltigen Kulturangebot Adelaides. 

Die 1,5 Millionen Südaustralier wohnen zu drei Viertel in und um Adelaide, dieser nach der in Thüringen geborenen englischen Königin Adelaide benannten Kunstmetropole.

In Adelaide wird gerne gefeiert

„Sydney ist cool, Melbourne busy, wir sind die Festival City“, sagt ein Student der Adelaide University. „Warum? Ich glaube, weil wir nie eine Sträflingskolonie waren. Keine dunklen Zeiten erleben mussten“, führt er aus. 

Tatsächlich ging Adelaide im Gegensatz zu vielen anderen australischen Städten nicht aus einer Sträflingskolonie hervor. Und der Stadtgründer Colonel William Light blickt dementsprechend zufrieden vom eigenen Denkmal auf sein Werk Adelaide mit dem immer noch gut erkennbaren Straßen-Schachbrettmuster am Torrens River: Light gründete die Stadt im Jahr 1837, die der Besucher besonders gut vom Mount Lofty Lookout sehen kann, dem höchsten Berg mit 710 Metern im Osten der Stadt.

In den 1840er Jahren fand man Silber und Kupfer – die Grundlage für eine prosperierende Zukunft. Das sieht man noch heute und der Hipster-Student weiß, dass die Millionenstadt sich etwas leisten kann: „Parks, Sportplätze, Spazier- und Fahrradwege, Grillanlagen sowie Kunst und Kultur – und zwar viel davon.“

Adelaide mischt geschäftige Betriebsamkeit, als Konkurrentin von Melbourne, mit einem entspannten kulturellen Angebot, das sich mit Sydney messen will. 

Das Festival Centre umfasst mehrere Theater und Bühnen, ist aber auch Schauplatz von landesweit bekannten Festivals mit Theater, Oper, Ballett und Ausstellungen. So zieht das Adelaide Festival of Arts, aber auch das Glenelg Jazz Festival Künstler von Weltrang an. Das South Australia Museum ergänzt das äußerst reichhaltige Kulturangebot durch eine Kollektion von Aborigines-Kunst.

Noch authentischer sind die vielen Aborigine-Galerien, Workshops und das Tandanya Aboriginal Cultural Centre, wo man zeitgenössische Kunst und Kultur der Ureinwohner erleben darf oder gar im kleinen Café einen Emu-Burger essen kann. Die Einnahmen kommen übrigens hilfsbedürftigen Ureinwohnern zugute. 

Bilderbuch-Sandstrände in Glenelg

In Adelaide ist man stolz auf die vielen Museen, Galerien, Theater und Festivals, aber auch auf die Einkaufszentren, Straßencafés und Restaurants. Glenelg bietet dazu schöne Sandstrände sowie Wassersportmöglichkeiten direkt am Golf von Saint Vincent und ist mit der Straßenbahn zu erreichen. 

Maslin Beach, weiter südlich, wurde sogar als erster australischer Strand mit FKK-Bereich ausgewiesen: ein Unikum im prüden Australien. Aber die Festival City macht’s eben möglich. 


Jochen Müssig

 

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