Mo 06.02.17

Verführungen in Valencia


Die spanische Stadt lädt zweimal im Jahr zur „Offenen Küche“ ein


Star-Architekt Santiago Calatrava hat das moderne Museum geplant.

Star-Architekt Santiago Calatrava hat das moderne Museum geplant.

Bernd Knöller, Küchenchef des „Riff“. Fotos: cd

Bernd Knöller, Küchenchef des „Riff“. Fotos: cd

Licht, Luft und Schönheit: Valencia, die drittgrößte Stadt Spaniens, wird von den Einheimischen zärtlich „La Clara“, die Helle, genannt. Etwa 2.000 Jahre Baugeschichte sind in der vitalen Metropole vereint. Von römischen Säulen bis zum hypermodernen Museumskomplex von Santiago Calatrava reicht das Spektrum der Architektur. Vor allem aber steht Valencia für kulinarische Erlebnisse der Extraklasse. Denn rund um die 800.000-Einwohner-Stadt liegt mit der Huerta der fruchtbarste Landstrich der gesamten Iberischen Halbinsel. Hinzu kommen die Schätze des Meeres vor der Haustür.

Heimat der Paella
Valencia gilt als die Heimat der Paella, jener Reispfanne, die emblematisch für die spanische Küche steht. Der Reis dafür wird im Süden der Stadt angebaut, nahe der Albufera, dem größten Binnensee Spaniens. Bewässert wird mit einem System, das schon seit der Maurenzeit in Betrieb ist.

Noch heute trifft sich jeden Donnerstag Schlag zwölf vor Valencias Kathedrale das traditionsreiche „Wassergericht“, das eventuelle Streitfälle mündlich verhandelt. Übrigens bestellen Valencianer ausschließlich zur Mittagszeit eine Paella. Wer sie abends ordert, ist auf den ersten Blick als Tourist erkennbar.

Jeweils im Frühling und im Herbst – in diesem Jahr vom 30. März bis 9. April und vom 19. bis 29 Oktober – gibt sich Valencia dem Genuss hin. An der zehn Tage lang dauernden Cuina Oberta („Offene Küche“, Info: www.valenciacuinaoberta.com) nehmen fast 70 Restaurants teil – darunter auch erste Adressen mit Michelin-Sternen, wie das „Riff“.

Dessen deutscher Küchenmeister Bernd Knöller hat bereits dreimal den Wettbewerb gewonnen. „Während der Cuinia Oberta trauen sich mehr Menschen, ein Sternerestaurant zu besuchen“, sagt der Chef und lässt servieren. Dem Vorspiel von einem halben Dutzend als „Snacks“ bezeichneter Leckereien folgt ein Sechs-Gänge-‧Menü mit neuen Aromen und Texturen. Diese gastronomische Überwältigung gibt es während der „Offenen Küche“ zum Festpreis von 45 Euro.

Die Markthalle ist ein Must-see
Der Bauch von Valencia ist der gigantische Mercado Central mitten in der Altstadt. Rund 400 Stände gibt es in der prachtvollen Jugendstil-Markthalle. Vor allem das Angebot an Fisch und Meeresfrüchten ist beispiellos.

Hier trifft man auch andere Chefs der Stadt, etwa Ricard Camarena, der bisher einmal den Wettbewerb gewann. Mit 25 Jahren hat er eine Musikerkarriere an den Nagel gehängt, um sich fortan nur noch der kulinarischen Kunst zu widmen. Wer bei Camarena speist, muss noch mehr Appetit mitbringen, denn schon die Vorspeisen kommen im Dutzend.

Die Turia-Gärten ziehen sich als Parkanlage durch die gesamte Stadt. Am östlichen Ende der Grünanlage liegt die Stadt der Wissenschaft und der Künste. In dem Komplex sind unter anderem Europas größtes Aquarium, ein Wissenschaftsmuseum, ein Palmengarten und ein Opernhaus vereint. Weitere Informationen unter www.visitvalencia.com.

Claudia Diemar

Craft Beer aus Valencia
Mit Tyris on Tap haben zwei Bierenthusiasten in ihrer Heimatstadt Valencia eine Bierbrauerei gegründet. Von den zehn verschiedenen Sorten von „Au Yeah“ bis „Amor Amargo“ werden mittlerweile jährlich über 300.000 Liter gebraucht und an 120 Verkaufsstellen ausgeschenkt. In der eigenen Bar Tyris on Tap im Zentrum gibt es nicht nur alle Biersorten, hier finden auch Bierseminare statt. Weitere Informationen im Internet unter www.cervezatyris.com.


 

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