Mo 07.03.16

Vinales: Wandern und Schlemmen


Das Unesco-Weltnaturerbe ist gar nicht altbacken


Von der Finca El Paraiso öffnet sich der Blick auf die Mogotes.

Von der Finca El Paraiso öffnet sich der Blick auf die Mogotes.

Bitte lächeln! Nach kurzer Frage lassen sich alle Kubaner gern fotografieren. Fotos: ras

Bitte lächeln! Nach kurzer Frage lassen sich alle Kubaner gern fotografieren. Fotos: ras

Das Paradies im Westen Kubas ist leicht zu finden. Einfach die Hauptstraße in Vinales entlanggehen, die Tankstelle Cupet rechts liegenlassen und schon kommt links das Schild: Finca El Paraiso.

Das Gemüse wird ökologisch angebaut. Vor über zehn Jahren schlug die Tochter des Besitzers ihrem Vater vor, auf Pestizide zu verzichten. Ein wenig für verrückt hatte er sie schon gehalten und die Angestellten hätten sie wegen der anstrengenden Mehrarbeit verflucht, erzählt ein Mitarbeiter, aber der Erfolg gibt ihr Recht: Das Restaurant mit 80 Plätzen ist fast immer voll. Und jeder, der einmal an einem Tisch, der sich vor wohlschmeckenden Speisen schier durchbiegt, gesessen hat, will wiederkommen.

Blick auf die Mogotes
Noch glücklicher können sich in der Finca Paraiso diejenigen schätzen, die an einem Tisch mit direktem Blick auf die bewachsenen Karsthügel speisen. Wegen dieser Mogotes hat die Unesco das Vinales-Tal 1999 zum Weltnaturerbe erhoben, deswegen kommen viele Urlauber in den Nationalpark, den man mit seinem Nationalpark-Guide zu Fuß, auf dem Rad und dem Pferd erkunden kann.

Auch die Finca erreichen die wenigsten Gäste auf direktem Weg. Die meisten Urlauber sind vorher durch die sehenswerte Landschaft gewandert. Einen super Ausblick auf die Mogotes haben schwindelfreie Reisende auch von dem Holzturm, den die Finca 2015 errichtet hat.

Doch die Finca ist nicht das einzige Restaurant in Vinales, in dem es gut schmeckt. Im Ort gibt es mehr Restaurants als Andenkenläden. Ob Tapas, italienisch und kubanisch – alles ist dabei. Die Ausstattung der privaten Restaurants ist besser als die manch eines kubanischen Hotels und manchmal ungewöhnlich. Im La Cuenca etwa ziert das Real-Madrid-Logo das Besteck. Das ganz in Schwarz und Weiß gehaltene Restaurant würde sich in einem In-Viertel in jeder x-beliebigen Metropole weltweit gut machen. Die Preise aber sind auf dem Boden geblieben.

Empfehlenswerte Küche gibt es außerhalb des Ortes im Gasthaus von Alberto Vitamina und im Restaurant an der meterhohen, prähistorischen Wandmalerei, die Gerüchten zufolge mehrmals im Jahr angepinselt wird.

Neue Canopy-Tour
An der Mural de la Prehistorica kommt auch der giftgrüne Vinales-Bus vorbei. Der Hop-on-Hop-off-Bus fährt seine Kunden für umgerechnet fünf Euro einmal durchs Tal und stoppt auch an der zweiten Canopy-Strecke Kubas, die im September eröffnet wurde. El Fortin bietet acht Plattformen und kostet 25 Euro. Helm und die komplette Ausrüstung stammen von der französischen Firma Petzl, einem der Marktführer für Bergsportausrüstung. Die Einweisung erfolgt auf Deutsch oder Englisch.

Sehenswert ist in Vinales auch die Höhle der Indios, durch die man teils bequem mit einem Boot fährt. Trittsicherheit benötigt man dagegen für die interessante Thomas-Höhle, die eine halbe Stunde entfernt liegt.

Übernachtungstipp: Rancho San Vicente
Ein Wort zur Unterbringung: Bestes Hotel ist derzeit das renovierte Rancho San Vicente etwas außerhalb. Empfehlenswert sind alle Zimmer, sowohl die im Haupthaus gelegenen als auch die im Bungalow unter grünen Bäumen. Verkaufbar ist auch das Drei-Sterne-Hotel La Ermita.

Vorsicht ist hingegen bei dem rosafarbenen Los Jazmines geboten. Die Aussicht auf die Mogotes ist super, die Zimmer sind aber stark renovierungsbedürftig. Gut sind viele der privaten Unterkünfte, der Casas Particulares, die die Veranstalter mittlerweile anbieten. Das Tourismusministerium weiß, dass dringend Zimmer benötigt werden und hat auch zahlreiche Pläne. Doch bis weitere Hotels eröffnen, dauert es wohl noch.


Sylvia Raschke

 

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