Do 05.01.17

Alaska ist anders


Unterwegs im nördlichsten und größten Bundesstaat der USA


Der Mendenhall-Gletscher nahe Juneau ist der einzige in Alaska, zu dem man mit dem Auto fahren kann. Foto: wikimedia

Der Mendenhall-Gletscher nahe Juneau ist der einzige in Alaska, zu dem man mit dem Auto fahren kann. Foto: wikimedia

Als McDonald’s in Juneau 1982 seine erste Burgerbude eröffnete, standen die Kunden zwei Meilen Schlange. Mehr als 17.000 Burger und Hunderttausende von Pommes wurden über die Ladentheke gereicht – danach ging tagelang nichts mehr. Die neue Filiale blieb kurzfristig geschlossen. Man musste warten, bis neue Ware nach Alaska kam.

Auch wenn sich in 34 Jahren viel verändert hat, noch immer ist Juneau die einzige Hauptstadt eines amerikanischen Bundesstaates, zu der keine Straße führt. Lebensmittel, Baumaterialien – alles wird mit dem Schiff gebracht, ist dementsprechend teuer, die Logistik ist schwierig.

Mit dem Auto zum Gletscher

Juneau ist außerdem die einzige Hauptstadt in den Staaten, in der es keine Ampeln gibt. Wenn Schiffe wie die Westerdam von Holland America Line in den Hafen einlaufen, stehen Männer in gelben Sicherheitswesten am Zebrastreifen und halten energisch ein Stoppschild hoch, damit die Autos anhalten. Die meisten Kreuzfahrtgäste steigen in einen Bus, um zu einem der Abfahrtsorte für eine Walbeobachtungstour mit Wal-Garantie oder zum Mendenhall-Gletscher zu fahren. Denn kurioserweise ist die Stadt, zu der keine Straße führt, der einzige Punkt in Alaska, wo man mit einem Auto direkt zum Gletscher fahren kann. Alle anderen, ob sie nun Margerie oder Hubbard heißen, sind nur mit dem Schiff erreichbar.

Vieles ist anders in Alaska, dem 49. Bundesstaat, der sich am 3. Januar 1959 den USA angeschlossen hat. Mit 20 Prozent der Gesamtfläche der Staaten ist es der flächenmäßig größte Staat, in dem noch immer gilt: mehr Tiere als Menschen, mehr Berge als Gebäude, mehr Gletscher als Verkehrsampeln.

Bis 1867 gehörte Alaska sogar zum Russischen Kaiserreich, denn Russland liegt gleich nebenan auf der anderen Seite des Wassers. Zeugnisse sind unter anderem noch im kleinen, aber sehenswerten Sitka sichtbar. In der ehemaligen Hauptstadt von Russisch-Amerika, in der nur selten mehr als ein Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt, können noch ein russischer Friedhof und die russisch-orthodoxe St.-Michael’s-Kathedrale mit vielen Ikonen besichtigt werden. Vor den Russen lebten die Tlingit-Indianer hier. An die letzte große Schlacht 1804 zwischen den beiden Volksgruppen erinnert der Sitka National Historical Park mit einer kunstvoll geschnitzten Totempfahl-Sammlung. Für Tierfreunde ein Muss sind die beiden Pflegestationen, das Raptor Center für Greifvögel und das Fortress of the Bear für Bären.

Die „Lachs-Hauptstadt der Welt“

Die größte Sammlung von Totempfählen weltweit soll es aber außerhalb von Ketchikan geben. Der Ort, wo James Michener seinen Alaska-Roman  geschrieben hat und der sich stolz „Lachs-Hauptstadt der Welt“ nennt, liegt auf einer kleinen Insel – deshalb stehen die meisten Holzhäuser auf Pfählen im Wasser.

Wer möchte, kann die Unterwasserwelt sogar erkunden. Eingepackt im Neoprenanzug werden hier Schnorcheltouren angeboten. Von Ketchikan starten auch die Wasserflugzeuge zum Misty Fjord, einer unter Naturschutz stehenden Fjordlandschaft, in der es kilometerweit kein Anzeichen menschlichen Lebens gibt. Alaska ist nicht nur an Land, sondern auch von unten und oben beeindruckend.


Sylvia Raschke

 

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