Mo 08.05.17

Galapagos: Das letzte Naturparadies


Mit einem kleinen Kreuzfahrtschiff durch die Urwelt


Ein Urvieh: Meeresechse auf Floreana

Ein Urvieh: Meeresechse auf Floreana

Seelöwen und Touristen am Strand von Espanola

Seelöwen und Touristen am Strand von Espanola

Kreuzt durch die Galapagos-Gewässer: die Galapagos Legend. Fotos: ah

Kreuzt durch die Galapagos-Gewässer: die Galapagos Legend. Fotos: ah

Eigentlich sind die Galapagos-Inseln gemessen an unserem vier Milliarden Jahre alten Planeten ganz junge Dinger. Der Archipel im Pazifik entstand vor fünf Millionen Jahren. Stromert man heute über die Vulkaninseln, beschleicht einen das Gefühl, durch das Set von „Jurassic Park“ zu wandeln. Dinosaurier sucht man vergebens, doch die schillernden Meeresechsen, die größtenteils unberührte Natur und die robusten Riesenschildkröten erinnern an die Urzeit.

Durch Zufall entdeckt
Tomas de Berlanga war der erste Mensch auf den Galapagos. Der Seefahrer wollte 1535 von Panama aus nach Spanien aufbrechen. Er sollte den spanischen König über die Eroberungen auf dem südamerikanischen Kontinent unterrichten. Aber wie es bei Seefahrern in der damaligen Zeit häufig geschah, segelte de Berlanga nicht in die spanische Heimat, sondern driftete gen Westen und landete auf den Galapagos.

Auch wir sind auf einem Schiff unterwegs: Die Galapagos Legend schippert fünf Tage durch die Gewässer des Archipels. Unser Kapitän verlässt sich dabei auf moderne Navigationstechnik und wir genießen den Komfort eines kleinen Kreuzfahrtschiffs.
Eingeschifft wird auf der Insel San Cristobal. Der Ort verströmt karibisches Flair: Kleine Bars, schicke Boutiquen und ein Bilderbuchstrand laden zum Verweilen ein.

Bevor es auf die Legend geht, schauen wir im Centro de Interpretation rein und informieren uns über die Inselwelt. Zusammengefasst: Galapagos gehört seit 1832 zu Ecuador, besteht aus 13 Hauptinseln, 136 sind es insgesamt. Die Legend nimmt Kurs auf die Insel Espanola. Gemächlich schippert das Schiff, das in den 1960er Jahren als „Helgoland“ durch die Nordsee kreuzte, durch das Wasser, Hammerhaie schwimmen unter der glitzernden Oberfläche des Pazifiks.

Am nächsten Morgen legen wir mit einem Schlauchboot am Korallenstrand der Gardner Bay eine nasse Landung hin. Den Strand teilen wir uns mit Hunderten Seelöwen, die im Sand gähnen und aufeinander lümmeln. Ein Löwe watschelt ungelenk ins Wasser. Das Ungelenke verwandelt sich in Eleganz: Das Tier gleitet blitzschnell durch die Wellen.

Mutige springen ins kühle Nass und warten auf ein Zusammentreffen mit dem Seelöwen. Meist nähert sich das neugierige Tier dem Schwimmer. Es kommt vor, dass der Seelöwe mit der Schnauze den Schwimmer pufft und mit ihm einige Züge lang schwimmt. Dann taucht er bis zu 100 Meter ab, sucht Doktorfische, sein liebster Snack.

Auf der „Legend“ erklärt der Guide, dass es morgen auf die erste besiedelte Insel, nach Floreana, geht. Wie so manches entlegene Eiland diente Floreana einst als Gefängnis – in diesem Fall bis 1995. Beim Ausschiffen begleitet uns ein Schwarm Delfine.

Unser Boot setzt in der Post Bay auf: Mitten in der Einsamkeit wartet ein aufgepflocktes Holzfass. Im Inneren stapeln sich Postkarten aus vielen Ländern. Wir sehen Karten, die an eine Familie aus Schifferstadt und an eine New Yorkerin namens Gwen gerichtet sind. Die Passagiere durchstöbern die Stapel, tüten Karten ein, die an Menschen in ihrer Wohnnähe adressiert sind. Zu Hause erfolgt die Zustellung. So spart man Briefmarken, der Adressat muss Geduld zeigen.

Auf Santa Cruz geht es zu den Riesenschildkröten. Wir tuckern durch die Highlands, auf den saftigen Wiesen liegen die Tiere, erinnern aus der Ferne an riesige Maulwurfshügel. An einem Tümpel badet ein Dutzend der gepanzerten Kröten. Kameras klicken, Eile besteht nicht. Eine Galapagos-Schildkröte erreicht in der Spitze maximal 0,25 Stundenkilometer.

Fachsimpeln unter Ornithologen
An der Legend-Bar sitzen Ornithologen. Sie schwärmen von der reichen Vogelwelt auf den Inseln: Namen wie Gabelschwanzmöwe, Blaufußtölpel und Nachtreiher fallen. Einige endemische Arten haben sie heute gesichtet. Anderen Passagieren schwirrt der Kopf vor lauter Vogelnamen. Die Galapagos-Inseln sind ein einmaliges Stück Natur. Ecuador sorgt dafür, dass die Inseln extrem geschützt werden: 99 Prozent der Wassermasse und 97 Prozent der Landmasse sind Nationalpark.

Arne Hübner

Wetter und Veranstalter
Auf Galapagos herrscht zwischen Juni und November Trockenzeit, im Schnitt sind es 22 Grad. Von Dezember bis Mai werden durchschnittlich 25 Grad erreicht. Teils ergiebige Schauer sind möglich. Die fünftägige Kreuzfahrt mit der „Galapagos Legend“ und weitere Kombinationen sind über den Veranstalter Galapagos Pro (www.galapagos-pro.com) buchbar. Reisebüros erhalten ab der ersten Buchung zehn Prozent Provision.


 

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