Berufe in der Touristik


Teil 9 – Busreise-Angebotsplaner: Tomislav Kokot


Bastelt mit einem Team von 15 Mitarbeitern an den Linien und Fahrplänen von Meinfernbus.de: Angebotsplaner Tomislav Kokot. Foto: Meinfernbus

Bastelt mit einem Team von 15 Mitarbeitern an den Linien und Fahrplänen von Meinfernbus.de: Angebotsplaner Tomislav Kokot. Foto: Meinfernbus

Angebotsplaner Tomislav Kokot arbeitet die Linien für Meinfernbus.de aus

Von Jürgen Baltes

Tomislav Kokot ist ein Fan öffentlicher Verkehrsmittel. Der studierte Mobilitätsexperte, der privat kein Auto besitzt, fährt gerne Bus und Bahn. Und seit Anfang 2013 kann er Beruf und Berufung ideal verbinden. Denn im Januar des Jahres hat Kokot als Angebotsplaner bei Meinfernbus.de angeheuert. Seit Kurzem leitet der 38-Jährige sogar das gesamte Planungsteam von mittlerweile 15 Mitarbeitern.

„Wir Angebotsplaner entwickeln und optimieren die einzelnen Buslinien“,erklärt Kokot. Dazu teilt sich das Team verschiedene Aufgaben: Ein Teil stellt die Fahrpläne für einzelne Strecken auf, andere kümmern sich um die Haltestellen und deren Ausstattung, wieder andere sorgen dafür, dass die Fahrpläne in die Buchungssysteme gelangen. Auch die Beantragung der Genehmigungen sowie die Kommunikation mit den 47 Buspartnern, die letztlich die Strecken fahren, gehören zum Job.

Das Ganze klingt allerdings einfacher als es ist. „Die Entwicklungeines Fahrplans ist eine komplexe Sache“, weiß Kokot. Denn dieser müsse „technisch wie wirtschaftlich funktionieren“. Auf der einen Seite müssen die oft knappen Slots an den Haltestellen frei sein oder die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer eingehalten werden. Auf der anderen Seite müssen Abfahrtszeiten, Halte oder Frequenzen attraktiv genug sein, um eine kritische Masse an Fahrgästen zu gewinnen.

Bis ein Fahrplan steht, vergehen denn auch mehrere Wochen. Passe nur irgendwo eine Kleinigkeit nicht, etwa weil eine Haltestelle nur 15 Minuten früher als gewünscht frei sei, müsse die ganze Kette überprüft werden, erläutert Kokot: Kann zum Beispiel der Halt verlegt oder ein anderer ausgelassen werden? „Da ist manchmal einiges an Kreativität gefragt, die man dem Endprodukt, dem schlichten Fahrplan, nicht unbedingt ansieht“, weiß der Planer.

Zudem „muss der Großteilder Planung im Kopf stattfinden“,wie Kokot sagt. Er spiele eine Linie so lange gedanklich durch, bis alles passe. Auch der Austausch im Team ist wichtig. „Gemeinsam lassen sich oft leichter Lösungen finden“,weiß Kokot. Er selbst hat etwa die Linien Berlin–Rostock–Warnemünde und Berlin–Dresden–Chemnitz aufgebaut. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die laut Kokot eine hohe Analysefähigkeit, konzeptionelles Denken, keine Angst vor größeren Datenmengen und ein Gefühl für Verkehrsströme erfordert.

In der Regel haben Angebotsplaner studiert, etwa Verkehrswesen, Tourismus oder Geografie. Kokot ist BWL-Absolvent der Hochschule Luzern mit Schwerpunkt Mobilität und Tourismus. Anschließend hat er für ein Planungsbüro regionale Verkehrskonzepte entwickelt.

Meinfernbus.de ist kräftig gewachsen, von 30 auf 150 Mitarbeiter in knapp einem Jahr. Die meisten davon sitzen im eigenen Callcenter und in der „operativen Betriebssteuerung“, die sich um den möglichst reibungslosen Ablauf derFahrten kümmert. Mit fast 40 Linien stoße man schon wieder an personelle Grenzen, heißt es. 


 

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