Berufe in der Touristik


Teil 12 – PR-Berater bei einer Agentur: Markus Schlichenmaier


Fliegen gehört zu den Leidenschaften von PR-Profi Markus Schlichenmaier. Foto: I-Pilot

Fliegen gehört zu den Leidenschaften von PR-Profi Markus Schlichenmaier. Foto: I-Pilot

Markus Schlichenmaier leitet das Aviation-Team der PR-Agentur Wilde & Partner

Von Jürgen Baltes

Eigentlich hatte Markus Schlichenmaier andere Pläne: Nach dem Tourismusstudium an der FH München wollte der Reiseverkehrskaufmann gerne wieder zurück zu Thomas Cook. Dort hatte er zuvor in einem Neckermann-Reisebüro gelernt. Auch in den Semesterferien blieb er dem Reiseverkauf mit einem Job im Flughafen-Reisebüro treu.

Doch zum Ende des Studiums habe er einmal einen Vortrag über Kommunikation in der Touristik gehört, erinnert sich Schlichenmaier. Von Thomas Wilde, dem Chef der gleichnamigen Münchner Public Relations-Agentur. „Das fand ich sehr spannend“, sagt der heutige Senior PR-Consultant. Damals hat er die Visitenkarte aufgehoben und später nach einem Prak‧tikumsplatz gefragt. Aus dem Praktikanten wurde der Werkstudent, der zwei- bis dreimal die Woche in der Agentur für erste Kunden, etwa Emirates, zuarbeitete.

Als nach dem Studium dann das Übernahmeangebot kam, hatte Schlichenmaier längst Feuer für die Public-‧Relations-Arbeit gefangen. Das ist mittlerweile zehn Jahre her. Seitdem hat der 38-Jährige die komplette Hierarchie im PR-Job durchlaufen, vom Junior- über den Senior-Berater bis zum Teamleiter. „Es war eine sehr dynamische Zeit“, sagt der PR-Profi. Die Agentur ist währenddessen von zehn auf 35 Mitarbeiter gewachsen, die Kunden kommen heute nicht mehr nur aus der Touristik.

Reichlich Dynamik herrscht auch im Arbeitsalltag der PR-Consultants, die bei Wilde & Partner übrigens aus ganz ‧unterschiedlichen Bereichen kommen. Dabei sind Mitarbeiter von der Hotellerie bis zum klassischen Journalismus. Fast alle haben studiert. Ihr typischer Arbeitstag beginnt mit einem Medien-Monitoring: Was schreiben Tageszeitungen und Online-Portale über die eigenen Kunden, aber auch über deren Wettbewerber? „Durch die neuen Medien hat das Tempo zugenommen“, sagt Schlichenmaier. Deshalb werde auch am Wochenende geschaut, ob man irgendwo schnell reagieren muss.

Ähnlich sieht es mit den Anliegen der Kunden aus, die aus aller Welt kommen. Das bedeutet auch: andere Zeitzonen oder verschobene Arbeitswochen, wie etwa von Sonntag bis Donnerstag bei Kunden aus Dubai. Meist übernehmen die PR-Kollegen abwechselnd solche Extraschichten. „Das Ganze ist eben kein klassischer Nine-to-Five-Job“, stellt Schlichenmaier klar.

Das gilt vor allem vor der ITB: Da werden Pressetexte erstellt und Interviewtermine vereinbart. Auf der Messe werden Pressekonferenzen oder Abend-Events gestaltet. „Die Arbeit ist extrem vielseitig“, sagt Schlichenmaier, der auch Reden schreibt oder Facebook-Seiten von Kunden betreut. Das Handwerkszeug dazu lernen die PR-Arbeiter dabei häufig „on the job“ – unterstützt durch das Weiterbildungsprogramm der eigenen Wilde-Akademie.

Unterwegs ist Schlichenmaier im Vergleich zu klassischen Unternehmensberatern indes „gar nicht so oft“, wie er sagt. Nur mal zu einem Kunden im In- und Ausland oder als Begleiter auf einer Pressereise.

Zeit findet der PR-Manager noch für seinen ehrenamtlichen Nebenjob. An seiner ehemaligen Hochschule hält er regelmäßig Gastvorträge über Pressearbeit im Tourismus oder Krisenkommunikation. Da hat er für die Studenten auch einen wertvollen Tipp parat – vor allem das letzte Praktikum im Studium strategisch so zu wählen, dass es den Job-Einstieg beflügeln kann. So beschäftigt etwa Wilde & Partner ständig bis zu vier Praktikanten, oft über mehrere Monate. Nicht wenige davon hätten später Job-Angebote erhalten, verrät Schlichenmaier.  


 

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