Berufe in der Touristik


Teil 30 – Flugbegleiterin bei Air Berlin: Tracy Radtke


Liebt ihren abwechslungsreichen Alltag an Bord: Tracy Radtke. Foto: privat

Liebt ihren abwechslungsreichen Alltag an Bord: Tracy Radtke. Foto: privat

Tracy Radtke ist in einer Fliegerfamilie groß geworden. Ihre Mutter war Flugbegleiterin, ihr Vater Flugzeugmechaniker. Kein Wunder also, dass es auch die Tochter in die Branche verschlagen hat.

Bei Air Berlin habe sie eine sehr abwechslungsreiche Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau absolviert, berichtet die heute 28-Jährige. In den zweieinhalb Jahren lernte sie zahlreiche Abteilungen der Airline kennen, etwa Ticketschalter, Reservierung, Marketing und Revenue Management. Einige Monate arbeitete sie auch im Reisebüro. Es folgte die Übernahme bei der Fluggesellschaft in die Vertriebsabteilung, in den Second Level Support. Hier hat sich Radtke um Iata-Angelegenheiten, BSP-Abrechnungen, ADMs, Reisebüro-Kulanzen oder auch den Amadeus-Support für das Service-Center gekümmert.

„Doch irgendwann“, das war der eingefleischten Touristikerin klar, wollte sie auch mal „in die Luft gehen“. Die Gelegenheit kam vor dreieinhalb Jahren, als Air Berlin wieder Flugbegleiter einstellte. Seither fliegt Radtke auf Kurz- und Mittelstrecken quer durch Europa, nach Ägypten oder Tel Aviv. Der Einstieg in den Kabinenjob verlief recht zügig, berichtet sie. „Nach einer gut sechswöchigen Schulung und einem Schnupperflug, bei dem ich nur beobachten sollte, wurde ich gleich eingesetzt.“

Radtke arbeitet im Schichtdienst und muss entsprechend flexibel sein. Die Dienstpläne werden im Monatsrhythmus geschrieben, wöchentlich erfolgt eine Anpassung, um etwa auf krankheitsbedingte Ausfälle, Flugplanänderungen oder sonstige Unwägbarkeiten zu reagieren. Bei den Arbeitszeiten könne man durchaus Wünsche äußern, berichtet Radtke, etwa zu Früh- und Spätdienst oder zu freien Tagen. Die fertigen Pläne seien dann allerdings „recht fix“. Auch ihren Urlaub reicht sie vorab fürs Gesamtjahr ein.

In ihrem Job hat die Flugbegleiterin nach wie vor viel Spaß: „Ich arbeite immer mit unterschiedlichen Kollegen zusammen und durfte schon viel sehen.“ Auch wenn die „goldenen Zeiten“ der Fliegercrews, von denen ihre Mutter noch erzählt, sicherlich vorbei seien, gebe es immer noch Freiheiten. Halbe oder ganze Tage vor Ort nutzt Radtke gerne, um Neues zu entdecken: „Wunderschöne Städte wie Tel Aviv, Stockholm oder Kopenhagen etwa“ oder Reiseziele, die sie zuvor „gar nicht auf dem Schirm hatte“.

Radtke fliegt aktuell in Vollzeit. Doch etliche Mütter und Väter oder Kollegen, die neben einem anderen Job ausschließlich an den Wochenenden flögen, nutzten auch die flexiblen Teilzeitmodelle, sagt sie. „Die Möglichkeiten sind vielfältig.“ Sie selbst möchte irgendwann wieder zurück auf den Boden.

„Man muss auch etwas aufpassen, dass einem die bisherige Qualifikation nicht verloren geht“, weiß sie. Daher hat Radtke gerade die Ausbildereignungsprüfung abgelegt und im Fernstudium den Tourismusfachwirt an der Frankfurter Schule für Tourismus absolviert – mit einem „Sehr gut“. All das ließ sich gut mit dem Job vereinbaren. Nach dieser etwas stressigen Zeit möchte sie erst einmal „einfach nur fliegen“ und sich keine Zukunftsgedanken machen, lacht Radtke. 

Jürgen Baltes

 

Tolle Jobs in der Touristik
Ob Veranstalter, Airline, Destination oder Reiseversicherer: Überall in der Touristik können Reiseverkäufer Karriere machen. Alle 30 in der Serie bisher erschienenen Berufsporträts findet man unter www.touristik-aktuell.de/service/.


 

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