Reisebüros im Porträt

Teil 13 - RSO Partner Reisebüro, Hamburg

Andreas Dannenberg und Marijana Mutavdzic beraten ihre Kunden auch per Whatsapp

Andreas Dannenberg und Marijana Mutavdzic beraten ihre Kunden auch per Whatsapp. Foto: RSO Partner Reisebüro Hamburg

Die Telefone im Reisebüro von Andreas Dannenberg klingeln nur noch selten. „Seitdem wir unseren Service per Messenger-Dienst Whats‧app anbieten, rufen rund 50 Prozent weniger Kunden an als zuvor.“

Vor knapp drei Jahren stieg der 37-Jährige als Betreiber im RSO Partner Reisebüro in Hamburg-Bramfeld ein. Zuvor hatte er viele Jahre lang bei einem Veranstalter für Jugendreisen und als Hoteldirektor gearbeitet und brachte somit eine Menge an Erfahrungen mit. Und Ideen, wie man unter anderem auch junge Menschen ins Reisebüro locken kann.

Den Gedanken, Whatsapp zu nutzen, hatte er von Anfang an. „Oft haben die Kunden nur kurze Fragen wie ,Wann kommen die Reise‧unterlagen?‘ und ,Wann ist die Restzahlung fällig?‘. Die sind meist mit einem Satz beantwortet.“ Eine kurze schriftliche Nachricht spare viel Zeit, und „wir werden in unseren Beratungen nicht durch ständige Telefongespräche unterbrochen“, sagt Dannenberg.

Jeden Morgen wird das Dienst-Handy an den PC angeschlossen. Die Nachrichten werden so permanent auf dem Monitor angezeigt. Auch für Buchungen wird die App verwendet. „Wir nutzen die Bistro-Live-Beratung, aber anstatt das Angebot per E-Mail zu verschicken, verpacken wir es in einem Link und senden diesen auf das Handy des Kunden.“ Oft erhält das Team aus Bramfeld so auch Anfragen von Kunden, die ‧gerade im Urlaub sind und von der Liege aus ihren nächsten Trip buchen wollen. „Erst vor Kurzem hat jemand aus Thailand geschrieben und eine Kanaren-Reise gebucht.“

Diesen Kunden hat Dannenberg übrigens noch nie gesehen. „Wir buchen ab und an tatsächlich für Leute, die wir nicht kennen.“ Oft seien das Menschen mit viel Geld, die die Anonymität schätzten. Auch für Beratungen von Paaren biete Whatsapp Vorteile: „Wenn der eine nicht mitkommen kann, kann er die Beratung live am Handy mitverfolgen.“ Sicherheitslücken sieht der Reisebüro-Betreiber nicht: „Die Kunden haben dem Ganzen ja zugestimmt.“

Neben Whatsapp und Facebook nutzen Dannenberg und seine Mitarbeiter auch Instagram. Mehr als 1.700 Follower hat das Trio bereits und es werden täglich mehr. „Es bringt doch nichts, Angebote zu verschicken. Man muss Emotionen hervorrufen, Geschichten erzählen.“

Der Erfolg des Accounts sorgte vor längerer Zeit sogar für eine Anfrage von Influencern, die einen Roadtrip von San Francisco nach Las Vegas machten. „Wir haben sie mit einem Veranstalter bezahlt. Sie haben ihre Geschichten bei uns gepostet. Und das sehr erfolgreich.“

Doch nicht nur auf die sozialen Medien setzen die Hamburger. Als vor Kurzem neue Häuser in der Nachbarschaft gebaut wurden, warfen die Reiseexperten Flyer in die Briefkästen: ,Herzlich willkommen in Bramfeld! Ihr neues Reisebüro‘, stand auf diesen. „Auch auf diese Weise kann man sehr erfolgreich sein.“

 
Von Ute Fiedler