Reisebüros im Porträt

Teil 4 - Reiseland, Reutlingen

Auf die Einrichtung haben die beiden Existenzgründerinnen großen Wert gelegt

Auf die Einrichtung haben die beiden Existenzgründerinnen großen Wert gelegt. Foto: Reiseland

Dimitra Karageorgaki und Lea Pribil (sitzend) schauen optimistisch aufs nächste Geschäftsjahr

Sie lernten sich während ihrer Ausbildung zur Tourismuskauffrau kennen, verstanden sich auf Anhieb blendend und erfüllten sich den Traum von der Selbstständigkeit. Seit 2017 führen Dimitra Karageorgaki (31) und Lea Pribil (25) das Reiseland Reisebüro in Reutlingen. Mit Erfolg: Das hochgesteckte Umsatzziel von 800.000 Euro hatten sie 2018 längst erreicht.

Karageorgaki absolvierte ihre Ausbildung in einem LCC, Pribil in einem Sonnenklar Reisebüro. Nach drei Jahren wechselte Karageorgaki ebenfalls zu Sonnenklar. Doch richtig zufrieden waren die jungen Frauen nicht. „Es ist ja schön und gut, angestellt zu sein. Aber die Arbeit hat uns nicht erfüllt. Wir hatten so viele Ideen, die wir nicht umsetzen konnten“, sagt Karageorgaki.

Zunächst ein Rückzieher
Gemeinsam suchten die beiden nach Möglichkeiten. Als sie an einem Reiseland-Büro vorbeikamen, habe es Klick gemacht. „Wenn ich ehrlich bin, haben uns als Erstes die schönen Möbel beeindruckt“, sagt Pribil und lacht. Das sei vielleicht etwas blauäugig gewesen. „Bereut haben wir die Entscheidung für Reiseland jedoch nicht.“

Von Anfang an wurden die frisch ausgebildeten Expedientinnen ernst genommen und unterstützt – obwohl Karageorgaki nach einem ersten Besichtigungstermin einen Rückzieher machte. „Irgendwie habe ich mich damals dann doch nicht getraut.“ Doch als sie immer unzufriedener wurde, wagten die beiden ein halbes Jahr später den Sprung in die Selbstständigkeit.

Viele Seminare besucht
Gut vorbereitet seien sie gewesen, erzählen die Geschäftspartnerinnen. Zahlreiche Existenzgründungsseminare haben sie besucht und dort auch den Unternehmensberater kennengelernt, der sie seitdem unterstützt. „So wussten wir ungefähr, auf was wir uns einlassen würden“, sagt Pribil.

Eine sechsstellige Summe haben die beiden investiert. Für ihr Unterfangen haben sie einen Existenzgründungskredit erhalten.

Bauchweh vor der eigenen Courage haben sie nicht gehabt. „Unser Vorteil ist, dass wir alles zu zweit machen. Hatte die eine eine Krise, hat die andere motiviert. Alleine hätten wir den Schritt in die Selbstständigkeit nie gewagt“, sagt Karageorgaki. Zudem wussten sie Reiseland als starken Partner an ihrer Seite. „Wir wurden immer unterstützt und hätten uns niemand Besseren für unsere Pläne vorstellen können.“

Urlaubsfotos im Schaufenster
Mit Freunden und Bekannten sowie ihren Familien sanierten die beiden Frauen die angemieteten Räume. Die Tapeten wurden abgekratzt, Böden verlegt, Möbel ausgesucht. Agenturverträge mussten abgeschlossen, ein Business-Plan vorgelegt werden.

Das alles meisterten die Freundinnen nach ihrer regulären Arbeit. Gleichzeitig starteten sie Marketing-Aktionen. „Unsere große Schaufensterfront mussten wir während der Bauarbeiten verhängen. Wir haben über Facebook die Reutlinger aufgefordert, uns Urlaubsfotos zu schicken. Etwa 400 haben wir erhalten. Mit diesen haben wir das Fenster geschmückt“, sagt Pribil.

Die Aufmerksamkeit war den beiden sicher, so dass sie bereits kurz nach der Eröffnung im Oktober 2017 alle Hände voll zu tun hatten und immer noch haben. Bereits seit April/Mai 2018 konnten sie sich selbst finanzieren, erzählen sie stolz und sind zuversichtlich, dass es so weitergeht. Nur ausruhen dürfe man sich nicht.
 

Von Ute Fiedler