Reisebüros im Porträt

Teil 5 - Die Starnberger Reise AG

Die Starnberger Reise AG und ihre fleißigen Bienchen

Die Starnberger Reise AG und ihre fleißigen Bienchen. Foto: ViktorCap / istockphoto

Heike Kohlhaas
Michael Lang

„Spinnen kann ich gut, aber mit Zahlen habe ich es nicht so“, sagt Heike Kohlhaas und lacht. Gut, dass ihr Chef Michael Lang der perfekte Gegenspieler ist. Er lässt seine Prokuristin gewähren und hat die Finanzen fest im Griff. „Wir sind so ein absolutes Dreamteam“, sagt Kohlhaas. Und das geht gerne außergewöhnliche Wege.

Die Starnberger Reise AG, die der Reisebüro-Kette LCC angehört, besteht seit 30 Jahren im Süden von Bayern. Kohlhaas kam zu dem Unternehmen, als sie 2004 ihr Reisebüro verkaufte – an Lang, der nicht nur das Büro, sondern gleich die Mitarbeiterin übernahm.

Vier Reisebüros gehören zu der AG, ein Firmendienst und der eigene Veranstalter FTR in Style. Den rief das Team 2007 ins Leben, „um eine Reise zum America’s Cup zu organisieren“, sagt Kohlhaas. Als Veranstalternamen wählte man Face the Race, kurz FTR. Weitere Event-Reisen folgten. Doch von diesen sei man abgekommen. „Der Event-Veranstaltermarkt ist einfach zu groß.“

Mittlerweile ist FTR in Style Paketierer für die eigenen Büros und soll künftig Kunden auch direkt bedienen. Die vier eigenen Reisebüros buchen zu 80 Prozent die eigenen Produkte.

Kohlhaas ist nicht nur darauf stolz. Für sie und das Team ist es bedeutsam, neue Wege zu gehen. „Das Reisebüro-Wesen verändert sich stetig. Darum ist es wichtig, sich breit aufzustellen und einen Plan B zu haben, falls die Veranstalter irgendwann einmal sagen sollten: ,Es gibt keine Provision mehr‘.“

Tüfteln, sich von der Konkurrenz abheben – Kohlhaas und Lang sind ständig auf der Suche nach neuen Ideen. So bieten sie seit diesem Jahr auch klimaneutrales Reisen an. An einem Rechner können sich die Kunden ausrechnen lassen, wie viel CO2 während der Reise produziert wird.

Gegen einen Aufpreis können sie ihre Reise klimaneutral stellen und ein Zertifikat erwerben. Das Geld fließt in Klimaschutzprojekte, zum Beispiel in Ruanda. Dort werden Dörfer mit klimafreundlichen Öfen ausgestattet.

„Natürlich ist das auch Marketing für uns, aber eines, das Sinn macht“, sagt Kohlhaas. „Wir arbeiten in einem Metier, in dem das Klima eine große Rolle spielt. Wir wollen wenigstens einen kleinen Beitrag zu dessen Schutz leisten.“ Zudem habe man auch die Firma klimaneutral gestellt.

Mehr als 300 Zertifikate sind bis August 2018 verkauft worden. Das Geld, das übrig bleibt, wird ebenfalls in den Umweltschutz investiert. „Wir sind an einem Bienenstock-Projekt in Lenggries beteiligt, das erfolgreich gegen das Bienen‧sterben vorgeht“, erläutert Kohlhaas.

Für ihr Engagement erhält die Starnberger Reise AG Honig vom eigenen Bienenstock. Und der wird zu Weihnachten an die Kunden verschenkt – als süßes Dankeschön von den fleißigen Bienen der Starnberger Reise AG.

Von Ute Fiedler