Reisebüros im Porträt

Teil 1 - TTM Sportreisebüro, Hannover

Urlaube mit Wassersport stehen bei Noltes Kundschaft hoch im Kurs

Urlaube mit Wassersport stehen bei Noltes Kundschaft hoch im Kurs. Foto: ohrimalex / istockphoto

Sportlicher Alleinkämpfer: Tom Nolte

Tom Nolte betreibt ein Reisebüro in Deutschland – an sich nichts Außergewöhnliches. Doch seine Schmetterling-Agentur mit dem Namen Sportreisebüro konzentriert sich auf den Verkauf von Wintersport- und Wassersportreisen. Darüber hinaus befindet sich sein Geschäft mit einem Shop-in-Shop-Konzept in einem Hannoveraner Schallplattenladen.

Der Reisebüro-Inhaber ist ein Alleinkämpfer. Wenn er sich etwa auf Inforeisen über neue Zielgebiete informiert, bleibt sein Büro geschlossen. Das sei kein Problem. „Bisher hat noch niemand gemotzt“, sagt der Inhaber. Und wer bucht bei dem Spezialisten? Laut Nolte sind es sportliche Kunden, ab 30 Jahren aufwärts. „Die Jüngeren fahren auf eigene Faust. Sie mieten sich einen VW-Bulli und los geht’s“, sagt er. Eine wichtige Zielgruppe stellen Alleinstehende dar, die in der Regel wie der Rest von Noltes Kundschaft keine „Hardcore-Sportler“ sind. Der Sport diene den Singles oftmals Anlass zum Kennenlernen.

Nolte setzt unter den Veranstaltern stark auf Frosch Sportreisen. Mit dem Aktivreiseanbieter erzielt das Sportreisebüro den Hauptumsatz. Gemäß der Singles-Zielgruppe spielt auch Sunwave, ein Veranstalter der auf Single-Reisen spezialisiert ist, eine gewichtige Rolle für den Hannoveraner.

Neue Kunden gewinnt Nolte zu 70 Prozent über das Internet. Sein Reise‧büro ist durch gute SEO-Kenntnisse bei Google weit oben gelistet. Auch Buchungen erfolgen häufig übers Netz und per E-Mail. Allerdings muss Nolte stets um neue Kunden werben. „Der Internet-Kunde zeigt keine Treue“, meint er.

Eine neue Zielgruppe, die man zuerst nicht im Segment des Sporturlaubs verorten würde, wird für Nolte immer wichtiger: Familien. Sie buchen jedoch keine Reisen in exotische Fernziele, sondern bevorzugen klassische Urlaubsdestinationen wie Korfu oder Zypern. Dort greift Nolte auf die beiden Frosch-Clubs zurück, die ein breites Sportangebot böten. Beliebt sei zudem der Frosch-Club Poseidon in Chalkidiki. Wichtig ist den Familien laut Nolte, dass die Kinderbetreuung vor Ort stimmt, während die Eltern „etwas“ Sport treiben können. Zudem wünscht die Zielgruppe meist überschaubare Hotel- oder Clubanlagen. 

Wenn man Nolte nach den Bestsellern fragt, zählt er den Frosch-Club auf Korfu, den Club Saalbach-Hinterglemm und die Single-Reise nach Bad Hofgastein von Sunwave auf. Beliebt seien auch Segeltörns entlang der kroatischen Küste, Surf-Reisen nach Naxos und der klassische Kite-Urlaub in Ägypten.

Nolte will sich in Zukunft breiter aufstellen – natürlich im Sportbereich. Der Inhaber möchte sich mittelfristig stärker auf Wander- und Radreisen konzentrieren. Dazu strebt der Alleinkämpfer weitere Kooperationen mit kleinen und mittleren Veranstaltern wie etwa Wikinger-Reisen an. Interessierte finden mehr Details über Noltes Reisebüro unter www.sportreisebuero.de.

 
Von Arne Hübner