Eigentlich will Ägypten laut Tourismusminister Sherif Fathy das Nachtleben etwa in Hurghada ausbauen, um für Touristen noch attraktiver zu werden. Die aktuelle Energieknappheit aufgrund des Iran-Krieges sorgt allerdings erst einmal für das genaue Gegenteil: Ab dem 28. März müssen öffentliche Restaurants, Cafés, Geschäfte und Einkaufszentren für zunächst einen Monat bereits um 21 Uhr schließen.
Land muss Energie sparen
Einzige Ausnahme sind der Donnerstag und der Freitag. An diesen Tagen haben Restaurants und Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet. Hotels sind von den Vorgaben nicht betroffen. Ob die Regelung Ende April wieder aufgehoben wird, hängt vom weiteren Verlauf des Iran-Krieges und den damit verbundenen Energielieferungen ab.

Die verkürzten Öffnungszeiten sind ägyptischen Medien zufolge Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets zur Senkung des Energieverbrauchs. Ministerpräsident Mostafa Madbouly kündigte den Berichten zufolge zudem an, die Beleuchtung von Werbetafeln im öffentlichen Raum abzuschalten sowie die Straßenbeleuchtung herunterzufahren.
Gute Buchungslage erhält Dämpfer
Ägypten ist stark von Erdgas abhängig, um Strom zu erzeugen. Durch den Iran-Krieg sind die Gasimporte aus benachbarten Fördergebieten deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig geht es der Regierung darum, dass Touristen in den Hotels am Roten Meer wenig von den Einschränkungen mitbekommen.
Die Buchungslage war bislang gut – und die Branche ist ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes. In Folge des Iran-Krieges brachen allerdings die Neubuchungen massiv ein. Die gute Nachricht: Touristische Destinationen sind von der Entscheidung zum Energiesparen ausgenommen. So gelten etwa in El Gouna für alle Restaurants und Bars weiterhin die regulären Öffnungszeiten, wie sie auf der offiziellen Website veröffentlicht sind. Vorzeitige Schließungen sein „nicht zu erwarten“, heißt es von der Hotelgesellschaft Orascom. Urlauberinnen und Urlauber könnten ihren Aufenthalt somit „weiterhin in vollem Umfang und wie gewohnt genießen“.
Mehr zum Thema Ägypten und den Plänen des Landes beim Ausbau des Tourismus lesen Sie in der nächsten Ausgabe von touristik aktuell (ta 6/26).


