Norwegen: Lofoten führen Tourismussteuer ein

Eine Reihe roter Holzhäuser auf Stelzen am Wasser vor einer dramatischen Bergkulisse bei Sonnenuntergang in einer norwegischen Küstenlandschaft mit Booten.
Auf den Lofoten kommen auf jeden Einwohner rund 40 Touristen pro Jahr – eine neue Steuer soll die Folgen abfedern. Foto: rie

Ab 2027 dürfen Lofoten-Gemeinden bis zu drei Prozent Abgabe auf Hotelübernachtungen erheben – Wohnmobilisten und Wildcamper bleiben jedoch außen vor.

Das norwegische Parlament hat ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, wie Tagesschau.de berichtet. Die Einnahmen sollen zweckgebunden in touristische Infrastruktur und den Schutz der Natur fließen.

Die Inselgruppe im Nordatlantik zählt rund 25.000 Einwohner, empfängt aber jährlich etwa eine Million Besucher. Die Kommunen mussten die daraus entstehenden Belastungen – etwa für Sanitäranlagen, Wanderwege und Parkplätze – bislang weitgehend aus eigenen Mitteln finanzieren.

Individuelle Beantragung ab 2027

Die Steuer wird nicht flächendeckend eingeführt. Jede Gemeinde muss die Abgabe einzeln beantragen und dabei ein Konzept vorlegen, das die zweckgebundene Verwendung der Einnahmen nachweist. Mit den ersten Erhebungen wird voraussichtlich ab Anfang 2027 gerechnet. Unter anderem plant die Gemeinde Vågan den Ausbau von Sanitäranlagen, Wanderwegen und Parkflächen.

Allerdings erfasst die neue Abgabe zunächst nur bezahlte Übernachtungen in Hotels und anderen kommerziellen Unterkünften. Wohnmobil-Touristen, die kostenlos auf Parkplätzen übernachten, und Wildcamper sind nicht betroffen. Gerade diese Gruppen gelten nach Darstellung von Anwohnern jedoch als Hauptverursacher der Belastungen – etwa durch das unerlaubte Befahren landwirtschaftlicher Flächen.