Malaria in Frankfurt: Neue Fälle nahe Flughafen – wichtige Tipps für Reisende

In Frankfurt sind zwei weitere Menschen an Malaria tropica erkrankt. Das Gesundheitsamt vermutet einen Zusammenhang mit dem Flughafen. Für Reisende gilt: Mückenschutz und individuelle Prophylaxe können das Infektionsrisiko deutlich senken.

Eine Pinzette hält eine Mücke über einer blauen Unterlage, während eine weitere Mücke daneben liegt.
Gegen Malaria gibt es bislang noch keine Schutzimpfung. Foto: iiievgeniy/iStock

In Frankfurt am Main sind zwei weitere Menschen an Malaria tropica erkrankt. Beide leben im Stadtteil Schwanheim in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Nach Angaben des Gesundheitsamts waren sie zuvor nicht im Ausland und arbeiten auch nicht am Flughafen. Beide befinden sich in medizinischer Behandlung.

Das Gesundheitsamt in Frankfurt vermutet eine sogenannte Flughafen-Malaria. Aufgrund der Nähe zum Flughafen wird untersucht, ob die Infektionen durch eine eingeschleppte, infizierte Mücke verursacht worden sein könnten. Wie es zu den Erkrankungen kam, ist bislang nicht abschließend geklärt. Auch ein Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen unter Flughafenbeschäftigten wird untersucht


Ende August waren insgesamt sechs Malaria-Fälle bei Mitarbeitern des Frankfurter Flughafens bekannt geworden. Zwei Betroffene starben. Auch bei diesen Erkrankungen wurde eine Infektion durch eingeschleppte Mücken als mögliche Ursache vermutet.

Das Gesundheitsamt betont, dass das Risiko für die Bevölkerung sehr gering sei. Menschen, die am Flughafen oder in dessen Umfeld arbeiten, sich dort regelmäßig aufhalten oder in angrenzenden Stadtteilen wohnen, sollten bei entsprechenden Beschwerden dennoch aufmerksam sein. Mögliche Symptome sind insbesondere Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Magen-Darm-Beschwerden können auftreten.

Malaria: Übertragung und Behandlung

Malaria wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung ist die Erkrankung gut und vollständig behandelbar. Die sogenannte Flughafen-Malaria ist laut Robert Koch-Institut sehr selten.

Das Gesundheitsamt hat für Fragen eine Hotline unter 069 212-30030 eingerichtet.

Malaria-Schutz für Reisende

Wer in ein Malariagebiet reist, sollte sich vorab reisemedizinisch beraten lassen. Einen vollständigen Impfschutz für Reisende gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) nicht. Es verweist auf wichtige Maßnahmen gegen Mückenstiche und – abhängig vom Reiseziel und individuellen Risiko – eine medikamentöse Prophylaxe.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen laut RKI:

  • Vor der Reise beraten lassen: Das individuelle Malariarisiko hängt unter anderem vom Reiseziel, der Reisezeit, der Aufenthaltsdauer und der Art der Reise ab. Eine reisemedizinische Beratung sollte daher rechtzeitig vor Abflug erfolgen.
  • Mückenstiche vermeiden: Überträgermücken sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Lange Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt, und geeignete Mückenschutzmittel (Repellents) können das Risiko deutlich senken.
  • Moskitonetz nutzen: Nachts möglichst unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen. Auch Räume mit Klimaanlage und intakten Fliegengittern bieten zusätzlichen Schutz.
  • Medikamente individuell auswählen: Je nach Reiseziel kann eine vorbeugende Einnahme von Malariamedikamenten sinnvoll oder empfohlen sein. Welches Präparat infrage kommt, sollte ein Arzt anhand der individuellen Situation entscheiden. Laut RKI bietet die Chemoprophylaxe keinen absoluten Schutz vor einer Malaria, kann das Erkrankungsrisiko deutlich verringern.“
  • Notfallmedikament erwägen: Bei Reisen in Gebiete mit geringem oder mittlerem Risiko kann unter bestimmten Umständen ein Standby-Medikament sinnvoll sein. Es dient laut RKI jedoch nur als Notfallmaßnahme, wenn kurzfristig keine ärztliche Behandlung erreichbar ist.
  • Besondere Vorsicht bei Schwangeren und Kindern: Für Schwangere und kleine Kinder gelten besondere Empfehlungen. Reisen in Malariagebiete sollten in der Schwangerschaft möglichst vermieden werden. Medikamente müssen bei Kindern alters- und gewichtsabhängig ausgewählt werden.

Fieber nach einer Tropenreise ernst nehmen

Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet sollte immer ärztlich abgeklärt werden – auch wenn die Reise bereits Wochen oder Monate zurückliegt. Wer erkrankt, sollte den Arzt unbedingt über die Reise und das Reiseziel informieren. Eine schnelle Diagnose und Behandlung sind entscheidend.

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