Mit dem ersten Saint Lucia Showcase International bringt die Karibikinsel mehr als 100 internationale Reiseprofis, Einkäufer und Medienvertreter mit lokalen Anbietern zusammen. Im Mittelpunkt stehen buchbare Community-Erlebnisse und eine breitere Wertschöpfung vor Ort.
Mit dem ersten Saint Lucia Showcase International setzt die Karibikinsel auf direkte Begegnungen zwischen internationalen Vertriebspartnern und lokalen Tourismusanbietern. Beim Auftakt am 17. September im Royalton Saint Lucia standen nicht nur Resorts, Strände und die Pitons im Mittelpunkt. Die Saint Lucia Tourism Authority will Community-Erlebnisse stärker in den internationalen Vertrieb integrieren.
Mehr als 100 Delegierte aus Saint Lucia, den USA, Kanada, Großbritannien, Europa, Lateinamerika und der Karibik nehmen an dem neuen Format teil. Auch touristik aktuell ist vor Ort. Unter dem Motto „Welcome to Our World … Welcome to Our Communities“ stehen neben Geschäftsterminen auch Destinationserlebnisse, Besuche in Gemeinden und kulturelle Begegnungen auf dem Programm.
„Beim Saint Lucia International Showcase geht es darum, die Destination nicht nur zu präsentieren, sondern konkrete Wachstumschancen zu schaffen“, sagte Louis Lewis, CEO der Saint Lucia Tourism Authority, zur Eröffnung. „Wir haben die Destination, die Menschen, die Geschichten und die Erlebnisse. Unsere Aufgabe ist es nun, daraus tragfähige Partnerschaften, neues Geschäft und weitere Gründe zu machen, warum Reisende aus aller Welt Saint Lucia wählen.“
Community-Erlebnisse für den internationalen Vertrieb
Dabei geht es ausdrücklich nicht allein darum, weitere Hotels in bestehende Programme aufzunehmen. Lewis rief Veranstalter dazu auf, auch individuelle Routen und Aktivitäten zu entwickeln. Zugleich nahm er die lokalen Anbieter in die Pflicht: Erlebnisse müssten zuverlässig organisiert, online auffindbar und einfach buchbar sein. Nur so könne aus dem Interesse der Reisenden dauerhaft Geschäft entstehen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Community Tourism Agency. Sie arbeitet mit lokalen Unternehmern und Gemeinden daran, kulturelle, kulinarische und naturnahe Angebote marktfähig zu machen. Zu den vorgestellten Angeboten zählen Besuche in der Kunstgalerie von Llewellyn Xavier im Norden der Insel, ATV- und E-Bike-Touren sowie Farm-to-table- und Sea-Moss-Erlebnisse im Süden. Hinzu kommen neue kulinarische und kulturelle Angebote.
„Community Tourism bedeutet, die besonderen Ressourcen, Fähigkeiten und Geschichten unserer Gemeinden in nachhaltige wirtschaftliche Chancen zu übersetzen“, erklärte Dahlia Guard, CEO der Community Tourism Agency. Durch die stärkere Einbindung lokaler Unternehmen in die touristische Wertschöpfungskette sollten mehr Erträge in den Gemeinden ankommen und Lebensgrundlagen gesichert werden. Eine zentrale digitale Buchungsplattform für Community-Angebote ist angekündigt.
Neuer Unterwasser-Skulpturenpark als Produktbeispiel
Als neues touristisches Produkt stellte Saint Lucia zudem den Unterwasser-Skulpturenpark Below Saint Lucia heraus. Der erste Bereich wurde nach Angaben der Projektverantwortlichen vor der Westküste bei Canaries installiert und soll zur Wintersaison 2026/2027 für Besucher vorbereitet werden. Der zunächst ausschließlich für Taucher zugängliche Parcours verbindet Kunst, Geschichtsvermittlung und Meeresumwelt.
Die Skulpturen erzählen von den indigenen Wurzeln der Insel, Kolonialgeschichte, Versklavung, Widerstand und Emanzipation bis hin zu prägenden Persönlichkeiten wie den Nobelpreisträgern Sir Arthur Lewis und Derek Walcott. Das Gesamtprojekt soll später außerdem einen Schnorchelpark zum Thema Kultur sowie einen Bereich für Umweltbildung, Tauchausbildung und Meeresschutz umfassen.
Tourismusminister Ernest Hilaire verknüpfte den Produktausbau mit dem Anspruch, Saint Lucias Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die positiven Effekte des Tourismus breiter zu verteilen. Es gehe nicht nur darum, mehr Gäste anzuziehen, sondern auch darum, dass lokale Unternehmer, Kreative, Landwirte, Fischer, Transportanbieter, Guides und Handwerksbetriebe stärker profitierten. Mit dem Showcase testet Saint Lucia damit, ob sich die wachsende Nachfrage nach authentischen Reiseerlebnissen in professionell vermarktbare Angebote überführen lässt.
Für Reisebüros aus dem deutschsprachigen Raum gibt es Ende Oktober eine Roadshow mit den Stationen Frankfurt am Main, München und Zürich.



