Mietwagen im Urlaub: Tempolimits und Bußgelder in beliebten Ländern

Wer im Urlaub einen Mietwagen nimmt, sollte sich vor der ersten Fahrt mit den Verkehrsregeln des Reiselandes vertraut machen. Denn bei den Tempolimits gibt es teils deutliche Unterschiede – und auch bei den Bußgeldern gelten je nach Destination andere Regeln. Das zeigt ein Überblick des Mietwagen-Anbieters Sunny Cars.

Eine asphaltierte Landstraße führt durch eine hügelige Landschaft, rechts steht ein Verkehrsschild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 Stundenkilometern.
Wer mit dem Mietwagen im Ausland, hier Griechenland, unterwegs ist, muss wissen, wie schnell man fahren darf. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Von Tempo 20 in spanischen Städten über Geschwindigkeitsbegrenzungen in Meilen in Großbritannien und den USA bis zu hohen Strafen auf Mauritius: Ein Blick auf die wichtigsten Vorgaben kann vor unangenehmen Überraschungen schützen.

In Griechenland gilt seit diesem Jahr in vielen innerstädtischen Bereichen Tempo 30. Maßgeblich sind jedoch die jeweilige Straße und die Beschilderung. Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt für Pkw in der Regel ein Limit von 90 Stundenkilometer, auf Autobahnen sind laut Sunny Cars bis zu 130 Stundenkilometer erlaubt.

Bei einer Überschreitung um 20 Stundenkilometer werden rund 100 Euro fällig. Wer mehr als 50 Stundenkilometer zu schnell unterwegs ist, muss je nach Verstoß mit Bußgeldern von bis zu 700 Euro rechnen. Bei einer schnellen Zahlung kann es teilweise einen Rabatt geben.

i

Griechenland

Die wichtigsten Limits: innerorts vielerorts 30 Stundenkilometer, außerorts meist 90 Stundenkilometer, Autobahn bis zu 130 Stundenkilometer.

Großbritannien: Meilen statt Kilometer

Eine besondere Umstellung für deutsche Urlauber ist das Tempolimit im Vereinigten Königreich: Die Geschwindigkeiten werden in Meilen pro Stunde (mph) angegeben. Innerorts gilt meist Tempo 30 mph, in Wales grundsätzlich 20 mph.

Auf einspurigen Landstraßen sind für Autos bis zu 60 mph erlaubt, auf zweispurigen Straßen und Autobahnen 70 mph. Die Mindeststrafe für einen Geschwindigkeitsverstoß liegt bei 100 Pfund und drei Strafpunkten. In der Praxis greifen Geschwindigkeitskameras häufig erst bei einer Überschreitung von etwa zehn Prozent, rechtlich kann eine Strafe jedoch bereits bei einer geringeren Überschreitung verhängt werden.

Wird ein Fall vor Gericht verhandelt, kann die Geldstrafe deutlich höher ausfallen. Auf Autobahnen sind bis zu 2.500 Pfund möglich.

i

Großbritannien

Die wichtigsten Limits: innerorts meist 30 mph, Landstraßen 60 mph, Autobahnen 70 mph.

Italien: Bei Regen gelten niedrigere Limits

In Italien gilt innerorts üblicherweise Tempo 50, außerorts 90 Stundenkilometer. Auf Schnellstraßen sind bis zu 110 km/h erlaubt, auf Autobahnen 130 Stundenkilometer.

Bei Regen ist besondere Aufmerksamkeit gefragt: Auf bestimmten Straßen gelten dann niedrigere Höchstgeschwindigkeiten. Auch die Uhrzeit kann sich auf die Höhe des Bußgeldes auswirken. Zwischen 22 und 7 Uhr können bestimmte Strafen um ein Drittel steigen.

Wer 20 Stundenkilometer zu schnell fährt, muss mit mindestens 175 Euro rechnen. Bei einer Überschreitung von mehr als 50 km/h beginnen die Bußgelder bei rund 545 Euro. Bei schneller Zahlung kann sich die Strafe reduzieren.

i

Italien

Die wichtigsten Limits: innerorts 50 Stundenkilometer, außerorts 90 Stundenkilometer, Schnellstraßen 110 Stundenkilometer, Autobahnen 130 Stundenkilometer.

Kanada: Jede Provinz hat eigene Regeln

In Kanada gibt es kein einheitliches nationales Tempolimit. Die Provinzen und Territorien legen ihre Geschwindigkeitsvorgaben selbst fest. Als Orientierung gelten innerorts häufig 50 km/h, auf Landstraßen 80 bis 100 Stundenkilometer und auf Highways meist 100 bis 110 km/h.

Auch bei den Bußgeldern unterscheiden sich die Regelungen. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte sich deshalb vor Fahrtantritt über die Vorschriften der jeweiligen Provinz informieren.

i

Kanada

Die wichtigsten Limits: innerorts häufig 50 Stundenkilometer, Landstraßen meist 80 bis 100 Stundenkilometer, Highways häufig 100 bis 110 Stundenkilometer.

Mauritius: Bis zu 10.000 Rupien für zu schnelles Fahren

Auf Mauritius richtet sich das Tempolimit stärker nach der jeweiligen Straßenkategorie. Auf so genannten M Roads sind bis zu 110 km/h erlaubt, auf A- und B Roads bis zu 90 Stundenkilometer. Auf sonstigen Straßen gilt ein Limit von bis zu 80 km/h, sofern keine niedrigere Geschwindigkeit ausgeschildert ist.

Die Bußgelder können schnell teuer werden: Bis zu 15 Stundenkilometer über dem Limit werden 2.500 Mauritius-Rupien fällig, umgerechnet rund 45 Euro. Bei einer Überschreitung von mehr als 15 bis 25 km/h sind es 5.000 Rupien. Wer mehr als 25 Stundenkilometer zu schnell fährt, muss mit 10.000 Rupien rechnen.

i

Mauritius

Die wichtigsten Limits: M Roads bis 110 Stundenkilometer, A- und B Roads bis 90 Stundenkilometer, sonstige Straßen bis 80 Stundenkilometer.

Portugal: Auf Autobahnen gilt auch eine Mindestgeschwindigkeit

In Portugal gilt innerorts meist Tempo 50, außerorts 90 Stundenkilometer. Auf Schnellstraßen sind bis zu 100 km/h erlaubt, auf Autobahnen 120.

Eine Besonderheit: Auf portugiesischen Autobahnen gilt eine Mindestgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer. Auch bei den Bußgeldern spielt die Höhe der Überschreitung eine wichtige Rolle. Für leichtere Verstöße werden etwa 60 bis 300 Euro fällig, bei erheblichen Überschreitungen können es 500 bis 2.500 Euro sein. Zusätzlich kann der Ort des Verstoßes eine Rolle spielen.

i

Portugal

Die wichtigsten Limits: innerorts 50 Stundenkilometer, außerorts 90 km/h, Schnellstraßen 100 km/h, Autobahnen 120 Stundenkilometer; Mindestgeschwindigkeit auf Autobahnen 50 km/h.

Spanien: Innerorts sind 20, 30 oder 50 km/h möglich

In Spanien hängt das Tempolimit innerhalb geschlossener Ortschaften von der jeweiligen Straße ab. Möglich sind 20, 30 oder 50 Stundenkilometer. Auf Straßen mit nur einer Fahrspur je Richtung gilt häufig Tempo 30.

Außerorts liegt das Limit für Pkw überwiegend bei 90 km/h, auf Autobahnen und Autovías bei 120 km/h.

Auch hier können Geschwindigkeitsverstöße teuer werden. Ab einer Überschreitung von 20 Stundenkilometern werden etwa 100 Euro fällig, bei mehr als 50 km/h über dem erlaubten Tempo können bis zu 600 Euro verlangt werden. Bei schneller Zahlung lässt sich die Summe häufig reduzieren.

i

Spanien

Die wichtigsten Limits: innerorts 20, 30 oder 50 Stundenkilometer, außerorts meist 90 km/h, Autobahnen 120 Stundenkilometer.

Südafrika: Bei starken Überschreitungen drohen weitere Konsequenzen

In Südafrika liegt das Tempolimit für Pkw innerorts in der Regel bei 60 km/h. Außerorts sind meist 100 Stundenkilometer erlaubt, auf Freeways 120 km/h. Entscheidend ist auch hier die Beschilderung, die niedrigere Limits vorgeben kann.

Die Bußgelder richten sich nach der Höhe der Überschreitung und dem jeweiligen Straßentyp. Sie beginnen bei rund 400 Rand und können bis auf etwa 3.200 Rand steigen – umgerechnet rund 20 bis 170 Euro. Bei besonders hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen können zusätzlich eine Festnahme und weitere Sanktionen drohen.

i

Südafrika

Die wichtigsten Limits: innerorts meist 60 Stundenkilometer, außerorts 100 km/h, Freeways Tempo 120 km/h.

USA: Tempolimits unterscheiden sich von Bundesstaat zu Bundesstaat

Auch in den USA gibt es kein landesweit einheitliches Tempolimit. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesstaat und Straßentyp. Innerorts liegen sie häufig zwischen 25 und 35 mph. Auf Highways und Interstates sind meist 65 bis 80 mph erlaubt. In einzelnen Abschnitten von Texas gilt sogar ein Limit von 85 mph.

Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Bußgelder aus. Wer deutlich zu schnell fährt, muss in einigen Bundesstaaten mit dem Vorwurf des „reckless driving“, also rücksichtslosen Fahrens, rechnen. Damit kann ein Gerichtsverfahren verbunden sein.

Für deutsche Urlauber kommt erschwerend hinzu, dass die Geschwindigkeiten in Meilen statt Kilometern pro Stunde angegeben werden.

i

USA

Die wichtigsten Limits: innerorts meist 25 bis 35 mph, Highways und Interstates häufig 65 bis 80 mph, einzelne Abschnitte bis 85 mph.

Gewinnspiele