Hantavirus: Oceanwide Expeditions prüft zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Nach der abgeschlossenen Evakuierung der Hondius infolge von teils tödlichen Hantavirus-Infektionen ist das Schiff nun mit einer Rumpfbesatzung auf dem Weg von den Kanaren nach Rotterdam. Dort wird das Expeditionsschiff am 17. Mai erwartet, wie der Betreiber Oceanwide Expeditions mitteilt. Gegenwärtig wird geprüft, ob für die Folgereisen und die Ende Mai beginnenden Arktis-Saison zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.

Die Gesamtzahl der in ihre Heimatländer, darunter auch Deutschland, zurückgebrachten Personen beziffert der niederländische Reiseveranstalter mit 35 Besatzungsmitgliedern und 87 Gästen. Auf seiner Website spricht das Unternehmen allen Beteiligten seinen Dank für die „gemeinsame humanitäre Hilfsaktion“ aus.

Aktuell befinden sich noch 25 Crewmitglieder sowie zwei medizinische Fachkräfte unter der Leitung der niederländischen Gesundheitsorganisation RIVM an Bord. Zudem wird der Leichnam des deutschen Passagiers, der am 2. Mai an Bord verstorben ist, mit dem Schiff überführt.

Desinfektion in Rotterdam

Wie Oceanwide Expeditions mitteilt, wird die Hondius bei ihrer Ankunft in Rotterdam einer umfangreichen Desinfektion unterzogen. Die Einzelheiten zu den Reinigungsvorschriften werden derzeit in Absprache mit dem RIVM, der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Außenministerium, dem Gesundheitsministerium, der Rotterdamer Hafen-Gesundheitsbehörde und anderen zuständigen Stellen festgelegt.

Darüber hinaus werden sich alle verbleibenden Besatzungsmitglieder an Bord an die von den niederländischen Behörden festgelegten medizinischen Untersuchungs- und Quarantäneauflagen halten, informiert das Unternehmen weiter.

Oceanwide Expeditions bespricht nach eigenen Angaben nun mit RIVM und WHO, ob für zukünftige Expeditionen zusätzliche Maßnahmen zu den aktuellen Gesundheits- und Sicherheitsprotokollen erforderlich sind. 

CLIA verweist auf umfassende Protokolle

Wie der internationale Kreuzfahrtverband CLIA auf Anfrage mitteilt, verfügt die globale Kreuzfahrtindustrie über umfassende Gesundheits-, Hygiene- und medizinische Protokolle, die den Schutz und das Wohlbefinden von Passagieren und Besatzung gewährleisten. CLIA-Mitgliedsreedereien (ebenso wie alle anderen; Anmerkung der Redaktion) müssen sich an Richtlinien halten, die weit über die behördlichen Anforderungen hinausgehen, betont der Verband.

Sie unterlägen strengen Anforderungen, zu denen fortschrittliche Reinigungs- und Desinfektionsverfahren, kontinuierliche Überwachung auf Krankheitsfälle und schnelle Reaktionsmaßnahmen bei Gesundheitsrisiken gehören. Diese Protokolle basierten auf internationalen Leitlinien der öffentlichen Gesundheit und würden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Außerdem unterliegen Kreuzfahrtschiffe „der Aufsicht und Inspektion durch Gesundheitsbehörden in wichtigen Jurisdiktionen“, führt die Cruise Line International Association weiter aus.