Kleine Kreuzfahrtschiffe bieten persönliche Atmosphäre, besondere Routen und Zugang zu Häfen, die großen Schiffen oft verschlossen bleiben.
Für viele ist eine Reise mit einem riesigen Kreuzfahrtschiff das ultimative Erlebnis. Immer mehr suchen aber bewusst auch das Gegenteil: kleine Einheiten mit persönlicher Atmosphäre. Mittlerweile gibt es einige Schiffe unterhalb der 500-Betten-Marke. Unsere Auswahl zeigt, welche Konzepte das Segment der kleinen Kreuzfahrtschiffe bietet – und warum sich eine Reise ohne Wasserparks, Surfsimulatoren und Eis-Shows ebenfalls lohnt.

Europa/Europa 2 – Hapag-Lloyd Cruises
Seit ihrer Indienststellung 1999 setzt die Europa Maßstäbe im Luxuskreuzfahrtsegment. Das beliebte Schiff bietet seinen maximal 400 Passagieren viel Freiraum und jedem Gast eine Außensuite, die meisten davon mit Balkon. Mit 6,20 Metern Tiefgang erreicht die Europa auch kleinere Häfen, etwa auf der Route „Pintxos, Poesie und kleine Hafenjuwele“ vom Baskenland bis zum Ärmelkanal.
Die 2013 in Dienst gestellte Europa 2 für bis zu 500 Gäste setzt mit Formaten wie „Art2sea“ auf Kunst- und Kulturerlebnisse, zum Beispiel auf Reisen von Tokio nach Hongkong im Sommer 2027.
Kleine Kreuzfahrschiffe: Exotische Warmwasserziele
Minerva/Vega/Diana – Swan Hellenic
Die beiden baugleichen Schiffe Minerva und Vega von Swan Hellenic bieten Platz für jeweils 152 Gäste, die größere Diana fasst 192 Passagiere. Das Expeditionstrio verfügt über einen dieselelektrischen Hybridantrieb und ist mit seiner hohen Eisklasse für Fahrten in entlegene Regionen ausgelegt. Auch exotische Warmwasserziele sind dank der kompakten Schiffsgröße möglich, beispielsweise das Herz des Amazonas mit dem Naturreservat Rio Cajari oder die Dünenlandschaft der Lencois Maranhenses im Norden Brasiliens.


Ponant Explorers
Die zwischen 2018 und 2020 in Dienst gestellte Baureihe der so genannten Ponant Explorers – Le Lapérouse, Le Champlain, Le Bougainville, Le Dumont d’Urville, Le Bellot und Le Jacques Cartier – wurden speziell für Expeditionsreisen in abgelegene Regionen konzipiert. Die 131 Meter langen Yachten mit je 92 Kabinen verfügen über die Unterwasserlounge Blue Eye, in der die Unterwasserwelt visuell und akustisch erlebt werden kann, und eine Marina für Wassersport. Reiseziele sind beispielsweise die San-Blas-Inseln in Panama oder die Tobago Cays.
Kleine Kreuzfahrtschiffe: Von der Südsee bis zu kleinen Häfen
Paul Gauguin
Die Paul Gauguin (330 Betten) der Ponant Schwestermarke Paul Gauguin Cruises wurde 1998 in Dienst gestellt und zuletzt 2025 umfassend renoviert. Das für die flachen Gewässer der Südsee konzipierte Schiff läuft unter anderem die Marquesas, den Tuamotu-Archipel und die Cookinseln an.


Seabourn Quest
Die 2011 getaufte Seabourn Quest (350 Passagiere) hat in diesem Jahr die bislang größte Modernisierung eines Flottenmitglieds von Seabourn durchlaufen. Erneuert wurden öffentliche Bereiche, Restaurants, Suiten und das Spa. Das reine Suiten-Schiff bietet ein All-inclusive-Konzept und eine ausfahrbare Marina am Heck, von wo aus Gäste bei den „Marina Days“ Kajak oder Wasserski fahren können. Dank ihrer kompakten Größe läuft die Quest kleine Häfen wie Lipari oder Jost van Dyke an.
Kleine Kreuzfahrtschiffe: Helikopter und Rutsche ins Wasser an Bord
Scenic Eclipse I und II
Die Schwesterschiffe Scenic Eclipse I und II sind für jeweils 228 Passagiere ausgelegt. Trotz zweier Helikopter für optionale Ausflüge an Bord sind die Expeditionsyachten klein genug, um Häfen anlaufen zu können, die großen Kreuzfahrtschiffen verwehrt bleiben. Sie machen beispielsweise im Zentrum von Sevilla fest und dürfen im Herzen von Venedig anlegen.


Sea Dream
USA Today hat Sea Dream Yacht Club zur „Best Boutique Cruise Line“ 2025 gekürt. Auch hierzulande hätten die Zwillingsyachten Sea Dream I und II mehr Aufmerksamkeit verdient. Denn sie bedienen den Trend zu kleinen Schiffen wie kaum ein anderes Produkt. Ausgelegt auf je 95 Gäste – bei 112 Crewmitgliedern – bieten die luxuriösen Einheiten Privatyacht-Feeling mit allerlei Besonderheiten.
Dazu zählen beispielsweise die Marina für Wassersportaktivitäten, eine Wasserrutsche ins Meer, oder auch die Möglichkeit, sich eines der Balinesischen Betten an Deck für eine Übernachtung unter freiem Himmel herrichten zu lassen. Etwa unter dem Sternenhimmel der Karibik, die bereits bis April 2029 buchbar ist.


