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Mexiko: Boom trotz zunehmender Gewalt

Die weißen Strände von Cancun ziehen weiterhin viele ausländische Gäste an

Die weißen Strände von Cancun ziehen weiterhin viele ausländische Gäste an. Foto: Mariamichelle/pixabay

Es sind bedrückende Zahlen, die in den mexikanischen Medien präsentiert werden. Alleine in Cancun – dem besonders bei Nord- und Südamerikanern beliebten touristischen Hotspot im Norden des Bundesstaates Quintana Roo – wurden in diesem Jahr bis zum 22. August 355 Menschen ermordet. 

Auch an der etwas weiter südlich gelegenen Riviera Maya mit der bei deutschen Besuchern populären Urlauberhochburg Playa del Carmen hat die Zahl der Tötungsdelikte deutlich zugenommen. In der Stadt mit rund 200.000 Einwohnern wurden nach Angaben örtlicher Medien bis zum 11. August knapp 50 Getötete gezählt. Gewalt ist somit mittlerweile auch in der mexikanischen Karibik – ähnlich wie in vielen anderen Regionen des Landes – zu einer beklemmenden Normalität geworden.

Die Touristen scheinen sich davon jedoch nicht abschrecken zu lassen. So kamen im ersten Halbjahr dieses Jahres 129.000 deutsche Gäste nach Mexiko, sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch der kommende Winter läuft bisher sehr gut an.

Die Veranstaltermarken von DER Touristik verzeichnen mit einem dreistelligen Buchungsplus gar einen kleinen Mexiko-Boom, auch bei TUI und Neckermann Reisen zieht die Nachfrage an. Und das, obwohl das Auswärtige Amt in Berlin mit seinen Reise- und Sicherheitshinweise ziemlich deutlich ist: Von Aufenthalten während der Nachtzeit im Zentrum der Stadt Cancun wird abgeraten.

Lokale Politiker und Touristiker und auch das Mexikanische Fremdenverkehrsamt in Deutschland weisen hingegen in ihren Statements immer wieder darauf hin, dass die Angriffe sich nicht gegen Touristen richten, sondern Teil des mexikanischen Drogenkriegs sind, der seit 2006 in vielen Regionen des Landes geführt wird.

Wie Marisol Vanegas Perez, Tourismusministerin der besonders von der Gewalt betroffenen Region Quintana Roo, die Situation einschätzt, lesen Sie in der neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 37/2018).

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Kommentar (1)

  • Lee
    vor 3 Wochen
    Ich kann nicht verstehen, wie man in ein "Kriegsgebiet" fahren kann, nur weil da die Sonne scheint... ? Aber scheinbar wird die Realität bei unseren "Billigtouristen" gerne einfach ausgeblendet.

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