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Hotels: Höhere Kosten für Nicht-Bundesbürger

Nicht-Bundesbürger müssen in manchen Hotels in Ägypten und der Türkei schon mal mehr bezahlen. Foto: MarioGuti/istockphoto

Nicht-Bundesbürger müssen in manchen Hotels in Ägypten und der Türkei schon mal mehr bezahlen. Foto: MarioGuti/istockphoto

Der Fall schlug bei Facebook schnell hohe Wellen: Ein Kunde, der seinen ständigen Wohnsitz in Deutschland hat, aber keinen deutschen Pass besitzt, soll im Rahmen einer Veranstalterbuchung für das Hotel Palm Beach in Marmaris 250 Euro extra zahlen. „Ein Skandal, der Veranstalter zockt ab“, so die Anschuldigung.

Die Realität sieht anders aus: Sowohl in der Türkei als auch in Ägypten kommt es immer wieder vor, dass Hotels bei Buchungen aus Deutschland die angegebenen Preise nur bei Bundesbürgern akzeptieren. Sind die Kunden Staatsbürger des eigenen Landes oder kommen etwa aus Bulgarien oder Rumänien, gelten für sie nicht selten höhere Preise.

Bei EU-Bürgern spricht dagegen eigentlich das EU-Gleichstellungsgesetz. Doch das interessiert manche Hoteliers nicht, heißt es von Veranstaltern. Auch der Verweis auf die Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland hilft bei manchen Hoteliers nicht weiter.

Für die Veranstalter ist dies schwierig: Manche der in diesen Fällen sturen Hotels sind wichtig für das Portfolio und können nicht einfach so aus dem Programm genommen werden. „Da sind mitunter Häuser dabei, bei denen wir richtig gute Buchungen machen“, so Mario Krug, Geschäftsführer bei LMX Touristik. Im jüngsten Fall gesteht er, dass das eigene Service-Center nicht sofort korrekt gehandelt habe. Grundsätzlich versuche man, für Reisebüros und Partner akzeptable Lösungen zu finden. „Wir haben schon oft richtig Geld draufgelegt, um Problemfälle vom Tisch zu bekommen“, so Krug.

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Kommentar (1)

  • Frank Lorenz
    am 19.09.2018
    Den Leuten ist nicht zu helfen. Das nennt man Vertriebssteuerung. Nach IP Adresse "sortiert" zahlen auch Kunden in der Schweiz höhere Flugpreise, ebenso Kunden, die immer wieder die gleichen Online-Pauschalangebote in der Hoffnung auf fallende Preise aufsuchen: und nicht wissen, was Cookies sind. Na klar, soeben schauen sich 127 Kunden dieses Hotel an, das vorletzte Zimmer wurde gerade gebucht. Wat ein Zufall, wo doch im Internet alles so billig und schick ist. Ich zahle aber auch beim Oktoberfest in MUC deutlich höhere Preise für ein Maß und eine Weisswurst als auf dem Dorf. Und die Miete auf dem Land ist günstiger als in der Innenstadt. Und das Superbenzin erlebt preislich gesehen vor Ferienbeginn völlig unerwartete Höhenflüge an der Tankstelle. Darf ich dann auch dagegen klagen, weil es wohl auch das EU-Gleichstellungsgesetz verletzt? Ich weiss, manchen Leuten wird das nicht gefallen: aber wir leben in einem kapitalistischen Marktsystem. Und bis nichts "Besseres" funktioniert - siehe Venezuela - sollten wir das akzeptieren, denn davon lebt die Gesellschaft. Nicht schlecht übrigens, wenn auch nicht für alle gleich gut.

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