Reisevertrieb

VUSR warnt vor neuem Ärger für Reisebüros

VUSR-Chefin Marija Linnhoff mahnt Veranstalter bei den vorvertraglichen Informationspflichten an

VUSR-Chefin Marija Linnhoff mahnt Veranstalter bei den vorvertraglichen Informationspflichten an. Foto: ah

Die vorvertraglichen Informationspflichten sorgen weiter für Ärger. Bereits Ende Dezember 2018 hatte touristik aktuell auf diese Gefahr für Reisebüros hingewiesen (siehe Titelgeschichte in ta 49-50/18). Schon damals berichteten Branchen-Insider davon, dass viele Veranstalter sich nicht an alle Bestimmungen des neuen Reiserechts halten würden. Und auch Verbraucherschützer Felix Methmann erklärte gegenüber touristik aktuell: „Bei der Umsetzung der vorvertraglichen Informationspflichten hapert es ziemlich.“

Diese Schieflage scheint sich bis heute nicht gebessert zu haben, was der Reisebüro-Verband VUSR zum Anlass nimmt, eine neue Initiative zu starten, um Reisebüros besser bezüglich der vorvertraglichen Informationspflichten zu schützen. Man müsse die Veranstalter dazu zu bringen, die ihnen gesetzlich auferlegten Pflichten auch umzusetzen.

Denn händige das Reisebüro fehlerhafte oder keine vorvertraglichen Informationspflichten aus, stehe es in der Haftung. Die gesetzlich vorgeschriebene „vorvertragliche Unterrichtung“ muss all jene Infos enthalten, die für die gesamte Pauschalreise erheblich sind. Neben Einreise- und Impfschutzbedingungen können das auch Informationen bezüglich der Kurtaxe oder weiterer Gebühren vor Ort sein.

Die Agenturen sollten Veranstalter an ihre Pflicht erinnern, dem Vertrieb die nötigen Informationen zur Verfügung zu stellen. „Dies wird die Reisebüros zwar nicht von der Haftung entbinden, aber Schadensersatzforderungen vereinfachen“, ist VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff überzeugt.

„Das Gefährliche an dem Sachverhalt ist, dass nur Veranstalter die Möglichkeit haben, die vorvertraglichen Informationspflichten zu erstellen. Nur sie kennen ihre Angebote, die Gegebenheiten vor Ort und weitere Fakten, auf deren Grundlage die vorvertraglichen Informationspflichten zu erstellen sind“, erklärt Linnhoff.

Ein Briefentwurf, der an die Veranstalter verschickt werden kann, ist für Reisebüros nun auf der Website des Verbands unter www.vusr.de als Download hinterlegt.

Kommentare (2)

  • Volker Schupetta
    am 10.04.2019
    Seit Jahren kämpft der VUSR für den qualifizierten stationären und mobilen Vertrieb. Argumente werden gerne seitens der sogenannten Mitbewerber übernommen. Aber eine gemeinsame Zusammenarbeit, die scheinbar immer noch nicht gewünscht wird, verhindern Erfolge auf breiter Front. Schämt Euch DRV und ASR! Ich bin gespannt wann die erste Agentur bluten muss weil alles wieder nur boykottioert wird! DANKE Marija Linnhoff für die qualifizierte Unterstützung von UNS!
  • Heinrich Schöttner
    am 11.04.2019
    Vor kurzem habe ich bei einem Spezialveranstalter vor Rundreisen angerufen und gesagt, dass mir zur Buchung die "Vorvertraglichen Infos" noch fehlen.

    Antwort am anderen Ende der Leitung: "Die vorvertraglichen was?"

    Was schon sehr viel aussagt!

    Ich habe dann sicherheitshalber nachgefragt, ob ich jetzt wirklich bei einem touristischen Unternehmen oder bei irgendeinem anderen Callcenter raus gekommen bin.
    Komischerweise war ich wirklich richtig.

    Jedenfalls finde ich die Aktion des VUSR e.V. mit dem "Briefentwurf" super.
    Dem einen oder anderen Veranstalter müssen endlich einmal die Augen geöffnet werden, was er rechtlich alles zu liefern hat!

    Was ich bei dieser Gelegenheit auch noch gleich anmerken möchte ist, dass nur ein kleiner Teil der Veranstalter über die gesetzlich vorgeschriebene Soforthilfe ( = Notrufnummer) verfügt.
    Was ist, wenn eine Airline beispielsweise streikt, der Flug ausfällt oder überbucht ist? Lauf dem Pauschalreiserecht hat sich dann der Reiseveranstalter um den Kunden zu kümmern. Leider kommt es häufig vor, durchaus auch von Veranstaltern, die von den Reisebüros gerne gebucht werden, dass dann der Kunde entweder gar keinen Ansprechpartner bzw. keine Notfallnummer hat - oder das an die Airline verwiesen wird.
    Rechtlich ist das nicht in Ordnung.

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