Reisevertrieb

RDA: Flagge zeigen gegen die Urlaubssteuer

Die RDA Group Travel Expo findet noch bis Mittwoch auf dem Gelände der Koelnmesse statt. Foto: uf

Die RDA Group Travel Expo findet noch bis Mittwoch auf dem Gelände der Koelnmesse statt. Foto: uf

Unter dem Motto „Living Culture“ hat die RDA Group Travel Expo am Dienstag in der Koelnmesse eröffnet. Rund 550 Aussteller aus 31 Nationen präsentieren zwei Tage lang ihre Neuheiten aus der Bus- und Gruppentouristik.

Deutlich wurde am ersten Messetag vor allem eins: Die Akteure sind zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Bus- und Gruppenreisen weiter steigen wird – vor allem im Hinblick auf das aktuelle Thema Klimaschutz. „Der Reisebus ist der Klimaschützer Nummer eins“, sagte RDA-Präsident Benedikt Esser bei der Eröffnung. Allerdings werden diesem Steine in den Weg gelegt, wie er erläuterte. Esser zufolge fehlen unter anderem zentrale Parkplätze in den Innenstädten, zudem müsse die steuerliche Gesamtbelastung auf das Niveau anderer Reiseformen gesenkt werden, und es gelte Einfahrverbote abzuschaffen.

Grundsätzlich sieht sich die Branche gut aufgestellt, ein Politikum beschäftigt sie dennoch: Die so genannte Urlaubssteuer hängt wie ein Damoklesschwert über der gesamten Touristik: Seit 2012 fordert die Finanzverwaltung der Länder, dass Reiseveranstalter auf ihre weltweit eingekauften Hotelzimmerkontingente Gewerbesteuer zahlen. Gegen die von den Finanzämtern verschickten Steuerbescheide mit zum Teil beträchtlichen Summen hatten zahlreiche Veranstalter Einspruch eingelegt. Neben Schauinsland-Reisen, das 2018 vom Düsseldorfer Finanzgericht Recht erhielt, war auch Frosch Sportreisen vor Gericht gezogen. Allerdings mit weniger Erfolg: Das Finanzgericht Münster stufte den weltweiten Hoteleinkauf als Miete ein und wies die Klage ab. Daraufhin legte Frosch Reisen Revision ein, über die nun das höchste deutsche Finanzgericht am 25. Juli in München zu entscheiden hat.

Verbände wie DRV – auch Präsident Norbert Fiebig war zu Gast in Köln – und der Busverband RDA hatten in der Vergangenheit mehrfach gewarnt, dass die Urlaubssteuer viele Veranstalter in den Ruin treiben könnte. Postkarten zu der entsprechenden Verbands-Initiative „Nein zur Urlaubssteuer“, adressiert an den Deutschen Bundestag, lagen am Dienstag auch auf dem RDA aus. Und der ein oder andere Besucher packte sie zusammen mit vielen neuen Ideen in die Tasche.

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