Reisevertrieb

Kundendaten: Reisebüros haben Nachholbedarf

Gute Kundendaten können eine optimale Beratung deutlich erleichtern. Foto: Jirsack/istockphoto

Gute Kundendaten können eine optimale Beratung deutlich erleichtern. Foto: Jirsack/istockphoto

Für den klassischen Reisebüro-Vertrieb werden Kundendaten zu einem immer wichtigeren Gut. Die Qualität der Daten lässt allerdings in vielen Büros zu wünschen übrig.

Zu diesem Schluss kommen diverse Reisebüro-Ketten und -Kooperationen nach einer entsprechenden Analyse. „Es ist beschämend, wie miserabel viele Daten gepflegt sind. Selbst für Stammkunden ist gerade einmal die Postanschrift und eine Festnetznummer hinterlegt“, schimpft der Chef einer Kooperation, der nicht genannt werden will.

Etwas milder drückt sich Schmetterling-Chefin Anya Müller-Eckert aus. Kundendaten seien „die neue Währung“ für Reisebüros und „elementar“ für die tägliche Arbeit. Sie würden aber von vielen Reisebüros oft nicht ausreichend genutzt.

Zu dieser Erkenntnis kommt auch TVG-Chefin Birgit Aust. Selbst in den technisch gut aufgestellten Büros der Marken Sonnenklar TV und Flugbörse gebe es bei der Pflege der Daten große Lücken.

Dies gilt auch für die Franchise-Kollegen von Derpart. Während die Daten zur Buchungshistorie aufgrund guter Mid- und Backoffice-Systeme „sehr gut“ gepflegt seien, gebe es bei persönlichen Angaben der Kunden wie Geburtsdaten oder Reisewünsche noch Nachholbedarf, heißt es.

Wie Reisebüros ihre Datenqualität prüfen und für die Vermarktung nutzen, lesen Sie im Artikel „Kundendaten“ im Special Ketten und Kooperationen in der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell (ta 26-27/2019).

Kommentare (2)

  • werner salheiser
    am 11.07.2019
    die Pflege der Daten nützt ohne konsequente Bearbeitung der Kundeninformationen gar nichts.
    Hier wird dann viel Zeit aufgewendet die an anderer Stelle definitiv sinnvoller benutzt werden kann.
    Ertragssteigerungen
    Schlechte Kunden in gute Kunden tauschen
    Neukundenmarketing.

    Metaportale wie Check 24/verifox sind schon viel weiter
    die sammeln über Ihre anderen Geschäftszweige viel intensivere Daten Versicherung
    was sagt eine Gebäudeversicherung oder Hausrat über das Vermögen aus. Welche Informationen geben
    Kredite und Finanzanlagen Anfragen? Wer das mal hinterfragt macht Fortschritte beim Kundeninformationen sammeln!!!

    Hier sind die verantwortlichen von den Kooperationen und Veranstaltern auf den falschen Dampfer, wenn sie die Schuld immer auf unsere Reisebürodaten schieben - das ist mittelerweile ein Nebenschauplatz wenn Google mit reiseangeboten kommt und mit Cookies schon vor dem Kunden weiß, was der Kunde will!

    Nicht falsch verstehen. Ordentliche Daten sind wichtig und notwendig. Nur das mache ich jetzt immer wenn der Kunde vor mir sitzt. Ich verbrauche keine gute Zeit um hier schneller ein Ergebnis zu erzielen.

    Was immer wieder unterschätzt wird ist der Umsatzverlust durch Kunden die sterben oder wegen Erkrankungen oder Alter nicht mehr in der Lage sind bei uns zu buchen. Wir brauchen Konzepte für Millenials um diese für Reisebürs zu interessiern. Da helfen keine Daten der Eltern !!!

    Gerne nehme ich mal an einer Diskussion mit TUI/FTI TOC verantwortlichen teil, um hier endlich mal mit unendlichen Diskussionen aufzuhören sondern fakten sprechen zu lassen!!

    lg Werner Salheiser
  • Gerhard Lind
    am 12.07.2019
    Keine Frage – Kundendaten sind wichtig.
    Besondere Beachtung an der Aufbereitung und der Qualität der gesammelten Daten sind:
    1. Sie sollten sicher vor Zugriff Dritter sein.
    2. Sie sollten- wenn möglich- das Haus nicht verlassen
    3. Die Handhabung und Verfügbarkeit sollten einfach und schnell zum Einsatz kommen können.
    4. Die Daten sollten ein regelmäßiges Update erhalten
    5. Einen Backoffice Anbieter finden, zu dem ich großes Vertrauen habe
    Das erfolgreiche Verkaufen von Reisen ist weitgehend nicht von guten Kundendaten abhängig, sondern vom guten Verkäufer/in. Technik ist immer eine Krücke die zwar Erleichterung schaffen kann, aber auch Nebenwirkungen hat. Die Kundenpflege sollte immer ein persönlicher Akt sein. Wer hauptsächlich oder vorrangig mit gesammelten Kundendaten arbeitet hat meist keine guten oder gar keine Verkäufer/innen.
    Das Sammeln und der Einsatz von allen möglichen Daten, kann falsche Schlussfolgerungen erzeugen, kann in falsche Hände kommen und ist ein Gut/Kapital das Begehrlichkeiten der Mächtigen hervorruft.
    Kundendaten sind wichtig, sensibel und wertvoll, sei auf der Hut.

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