Reisevertrieb

Versicherungen: Prämien werden risikobasierter

Für jeden Urlaubstyp die passende Prämie: Die Ergo feilt an einem risikoorientierten Pricing-Konzept. Foto: monkeybusinessimages / iStockphoto

Für jeden Urlaubstyp die passende Prämie: Die Ergo feilt an einem risikoorientierten Pricing-Konzept. Foto: monkeybusinessimages / iStockphoto

Momentan gibt es bei der Ergo Reiseversicherung rund 800 verschiedene Tarife – unterteilt nach Versicherungsart, Reisepreisstaffeln, Selbstbehalt, Alter und Reiseart. Künftig sollen daraus mehr als 6.000 unterschiedliche Prämien werden. Man habe bereits ein fein differenziertes, risikoorientiertes Pricing-Konzept vorbereitet, heißt es vom Versicherer.

Damit wird also künftig ein junges Paar ohne Kinder, das für fünf Tage nach Italien reist, deutlich weniger zahlen als etwa eine fünfköpfige Familie, die einen Monat lang durch die USA tourt.

Die Prämien sollen dadurch risikobasierter werden, die bisherigen „Quersubventionierungen durch zu hohe Durchschnittskalkulationen weitestgehend entfallen.“ Die Preisauskunft wird es – ähnlich wie heute bei Flugtickets – nur noch über die Buchungssysteme geben.

„Unsere Aufgabe wird es sein, die Reisebüros mitzunehmen und einen sanften Übergang zu organisieren“, heißt es von Ergo. Wann dieses genau geschehen wird, ist noch offen.

Mitbewerber Allianz Travel ist beim Umstieg auf individualisierte, risikobasierte Prämien schon weiter. Bereits im November will der Versicherer mit der neuen Prämiensystematik live gehen. Man arbeite derzeit mit Hochdruck an der Umsetzung, heißt es vom Versicherer, der damit als der Vorreiter in der Branche gilt. Zunächst für die Einzelpolicen werden die Systeme der Allianz dann zu jeder Reise eine individuelle Prämie auswerfen, abhängig von Faktoren wie etwa Alter, Reisedauer und Urlaubsziel.

Auch Vorausbuchungszeitraum oder Stornostaffel des Veranstalters könnten hier einfließen. Erste Gespräche mit Reisebüros und sonstigen Partnern über die neue Systematik sollen in Kürze stattfinden. Außerdem seien vor dem Start diverse Infoveranstaltungen geplant.

Im Gegensatz dazu steht etwa der Mitbewerber URV, der weiterhin an einfachen und übersichtlichen Prämientabellen festhalten will, die möglichst wenig nach Alter, Destination oder Reiseart differenzieren.

Mehr zum Thema Versicherungen lesen Sie nächste Woche in unserem Schwerpunkt in touristik aktuell 28-29/2019.

Kommentar schreiben