Reisevertrieb

Service-Entgelte: TUI-Vertrieb zieht nach

TUI Store in Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen

TUI Store in Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen. Foto: TUI

Nach zahlreichen anderen Ketten und Kooperationen arbeitet nun auch der TUI-Vertrieb an einem Servicepaket für die eigenen Filialen und Franchise-Partner. Es soll laut Vertriebsdirektor Michael Knapp in den nächsten Monaten eingeführt werden, ergänzt das bestehende Gebührenmodell für Bahn- und Flug-Tickets und kann von den Kunden je nach Bedarf hinzugebucht werden.

Knapp zufolge sind „derartige Entgelte ein probates Mittel, um die Serviceleistungen der Reisebüros gegenüber den Kunden zu positionieren und aufwandsgerecht zu vergüten“. Wie das Paket der TUI-Büros im Detail aussehen wird, steht noch nicht fest. Man prüfe aktuell die „inhaltliche und systemseitige Ausgestaltung“. Fest stehe bereits, dass in dem Paket neben „diversen Serviceleistungen“ auch Versicherungsleistungen inkludiert sein werden.

DER als Vorreiter

Vor gut einem Jahr hatten die Reisebüros des DER als erste Konzernkette Service-Pakete eingeführt. Damit gingen die DER-Filialen weit über die seit Jahren üblichen Service-Gebühren für das Buchen von Bahn- oder Flug-Tickets hinaus und definierten erstmals die Kosten für bis dato kostenlos erbrachte Service-Leistungen.

So berechnet das DER den Online-Check-in für Flugreisende mit zehn Euro, den Ausdruck von Reiseunterlagen und das Weiterleiten von Sonderfragen an das Hotel mit jeweils fünf Euro. Für das Reservieren von Ausflügen bei Kreuzfahrten werden zehn Euro veranschlagt.

Insgesamt listet das DER elf Service-Leistungen auf, die insgesamt einen Wert von 85 Euro haben. Sie werden in dem Paket „DER Premium Service“ zusammengefasst. Da bei jeder Buchung nur ein Teil der Leistungen genutzt wird, bieten die DER-Filialen das Paket für 19 Euro an.

Da das Konzept funktioniert, empfiehlt seit kurzem auch die Allianz DER Touristik Partner-Service ihren Franchise- und Kooperations-Büros, das Service-Paket der DER-Büros zu nutzen.

Thomas Cook mit Quality Plus

Auch in den Reisebüros von Thomas Cook gehören Service-Pakete inzwischen zum Alltag. So hängt in jeder Filiale eine Übersicht über anfallende Gebühren aus, „die wir auch erheben“, betont Thomas Kloss, Leiter Eigenvertrieb.

Zudem beteilige man sich am Quality-Plus-Programm. Dieses wurde von RT-Reisen entwickelt und ist – wie auch bei TUI – für alle Veranstaltermarken von Thomas Cook buchbar. Neben dem fixen Versicherungspaket habe man „in Abhängigkeit von der Reiseart weitere Serviceleistungen integriert“, berichtet Kloss.

Auch den Franchise-Büros empfiehlt Thomas Cook, sich „die in der Vergangenheit oftmals kostenfrei angebotenen Serviceleistungen“ honorieren zu lassen. Daher habe man sich entschlossen, den Franchise-Partnern die Teilnahme am Quality-Plus-Programm mittels eines Rahmenvertrags zu ermöglichen.

Die Erfahrungen der Büros, die diese zusätzlichen Service- und Entlohnungsmöglichkeiten nutzen, sind nach Aussage von Franchise-Chef Albin Loidl „sehr ermutigend“. Zudem wirke sich dies „sehr positiv“ auf die Ertragskraft der Reisebüros aus.

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Kommentare (9)

  • Michael Merges
    am 18.09.2019
    ....das heisst im Klartext:

    TUI zahlt keine auskömmlichen Provisionen, oder ist das der Einstieg in die Null-Provision?

    Ein Armutszeugnis für Leistungsträger.
  • ta - Matthias Gürtler
    am 18.09.2019
    Ein Einstieg in die Nullprovision ist dies nicht. Es geht ja auch und vor allem und die Filialen. Und die erhalten gar keine Provision...
    Im Übrigen agieren ja DER Touristik und Thomas Cook im Eigenvertrieb ganz ähnlich...
  • Phil Burch
    am 18.09.2019
    Ein schwieriges Thema für uns alle - ich bin froh, dass alle BIG-Spieler mit diesen Kosten die Nase vorn haben.
  • Volker Schupetta
    am 18.09.2019
    Die Mutter TUI baut massiv Leistungen ab die normalerweise der Reiseveranstalter zu übernehmen hat. Schnittstellen zu Leistungsträgern um den Service für Kunden zu optimieren: Fehlanzeige! Jetzt dürfen also die konzerneigenen Büros für diese - normalerweise Veranstalterleistungen - vom Kunden noch Geld kassieren! Wie doof ist der Kunde? Ich hoffe das sich der deutsche Verbraucherschutz endlich mal dieses Themas annimmt!
  • Volker Schupetta
    am 18.09.2019
    Nur weil ein Lemming über die Klippen springt - müssen das doch nicht alle anderen tun! "Aber die hat mich auch getreten" ! :-)
  • frank messerschmidt
    am 18.09.2019
    Hallo Michael Merges, das heißt im Klartext:
    Mit den Provisionen und Vorgaben können wir in Zukunft unsere MA noch besser bezahlen?
    Während alle anderen mit Zusatzerlösen gutes Geld machen, sollen die Rsb. für die Kunden, wie seit Jahrzehnten
    immer alles im Preis inkludiert sein. Sitzplatzreservierung, Kundenwünsche, Ausdrucken der Ula usw. kostet bei dir kein Geld und vor allem keine Zeit.
  • Dietmar F.K.Jaschinski
    am 18.09.2019
    Das ist schlichtweg falsch. Auch die TUI-Fillialen sind keine Altruisten und können für umsonst arbeiten. Ist auch realistisch.
    Genau wie jetzt die längst überfälligen Servicegebühren,von allen vorgeben,richtigerweise kommen müssen.
    Wenn der Kunde im Serviceparadies Deutschland endlich weiß, dass Leistung auch bezahlt werden muss und zwar überall, sind wir schon weiter gekommen.
  • Dietmar F.K.Jaschinski
    am 18.09.2019
    @m.gürtler
    Antwort zur Null-Provision :gibt es bei den TUI -Filialen nicht.
  • Martin Drasdo
    vor 3 Wochen
    Ich sehe die Sache mit gemischten Gefühlen. Zum Einem würden wir gerne Mehreinnahmen generieren, aber wer hat das Thema Service Entgelte stark empfohlen ? Die Veranstalter ! Und genau da werde ich misstrauisch. Nicht dass es in naher Zunkunft heißt: Ihr holt Euch ja jetzt Geld vom Kunden, also gibt es weniger Provision von uns.

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