Reisevertrieb

Insolvenzabsicherung: „Plakative Lösung“ wäre ein Fehler

Ingo Burmester ist seit Mai Chef von DER Touristik Central Europe. Foto: DER Touristik/Tomas Rodriguez

Ingo Burmester ist seit Mai Chef von DER Touristik Central Europe. Foto: DER Touristik/Tomas Rodriguez

Die Höchstsumme der Kundengeldabsicherung von aktuell 110 Millionen Euro pro Versicherer sollte überprüft werden. Dafür hat sich der Chef von DER Touristik Central Europe, Ingo Burmester ausgesprochen. Gleichzeitig sieht der Manager „aber die Gefahr, dass die Bundesregierung nach einer für die Öffentlichkeit plakativen Lösung sucht“.

Dies könne für einige Anbieter, aber auch für die Endkunden, negative Folgen haben, sagt Burmester im Gespräch mit touristik aktuell. Bei der Überarbeitung der Insolvenzabsicherung dürfe es nicht nur um das Volumen der Kundengelder gehen. Der Gesetzgeber müsse auch das Insolvenzrisiko der einzelnen Veranstalter im Blick behalten.

Genau dies tun die Insolvenzabsicherer zurzeit: Wer mit besonders geringen Margen und hohen Risiken arbeitet, zahlt mehr als andere. Sollte sich dies ändern, „würden die weniger seriösen Veranstalter gefördert“, warnt Burmester und ergänzt: „Das wäre für niemanden gut – weder für Kunden noch für Reisebüros oder bestehende Veranstalter.“ Denn am Ende müssten „die Endkunden für die schwarzen Schafe zahlen“.

Seinen Arbeitgeber DER Touristik bezeichnet Burmester als den Veranstalter, der in Deutschland „vermutlich über die beste Insolvenzabsicherung verfügt“. DER Touristik sei nicht börsennotiert und habe mit der Rewe Group eine Mutter, „die nicht nur einen Umsatz von über 60 Milliarden Euro im Jahr generiert, sondern seit Jahren auch hochprofitabel ist“, betont der Europa-Chef.

Hintergrund der Diskussion um die Insolvenzabsicherung ist die Pleite von Thomas Cook: Durch die Zahl der betroffenen Kunden wird die Absicherungssumme von 110 Millionen Euro laut Insolvenzversicherer Zurich nicht ausreichen. Den zig-tausenden deutschen Kunden droht damit, dass sie ihre Anzahlungen nur teilweise zurückerhalten.

Was Burmester zum Image der Pauschalreise, zu neuen Chancen für DER Touristik und zur Zusammenarbeit mit den Reisebüros sagt, lesen Sie im Interview in der ta-Ausgabe 41/2019, die in dieser Woche erscheint.

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