Reisevertrieb

DRV: Touristikjahr endet mit leichtem Plus

Die Nachfrage der Deutschen nach Urlaub war im Touristikjahr 2018/2019 ungebrochen stark. Foto: Leif Linding/pixabay

Die Nachfrage der Deutschen nach Urlaub war im Touristikjahr 2018/2019 ungebrochen stark. Foto: Leif Linding/pixabay

Für die deutsche Reisebranche endet das schwierige Touristikjahr 2018/2019 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. „Mit diesem Wachstum konnte das außerordentlich gute Vorjahresergebnis nicht nur gehalten, sondern leicht gesteigert werden – trotz zahlreicher Herausforderungen“, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig auf der Jahrestagung des Verbands in Hamburg. Die Ergebnisse beruhen auf Auswertungen des Marktforschungsunternehmens Travel Data + Analytics (TDA).

Bereinigt um die nicht abgereisten Thomas-Cook-Buchungen wird sich das Umsatzwachstum wohl auf etwa ein Prozent minimieren.

Die Sommersaison war von einer starken Nachfrage nach Urlaubsreisen in die Türkei getrieben. Die Umsätze legten um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Damit kehrt die Türkei zu alter Stärke zurück und landet auf Platz zwei der meistgebuchten Sommerziele – hinter Spanien, das einstellige Rückgänge zu verkraften hat. Auf Platz drei in der Rangliste befindet sich Griechenland.

Unter den Fernreisezielen haben sich in der Sommersaison vor allem die USA (plus sieben Prozent) und Mexiko (plus zehn Prozent) gut entwickelt. Asien liegt insgesamt leicht unter Vorjahr, Afrika hingegen erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Die stationären Reisebüros haben 2019 ihre Position auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten. Der Online-Vertrieb hat ein prozentual zwar besseres, aber nur noch einstelliges Wachstum erzielt. In den vergangenen zwei Jahren sind die durchschnittlichen Urlaubsausgaben pro Person um fast zehn Prozent gestiegen – das Ausgabeverhalten steht damit im Einklang zum Konsumklima in Deutschland. Vor allem im Reisebüro wachsen laut TDA die Umsatzanteile der höheren Preisklassen, die im Online-Segment nur noch geringe Bedeutung haben.

Vom starken Last-Minute-Geschäft konnten die stationären Reisebüros stärker profitieren als der Online-Vertrieb. Generell gut nachgefragt im gesamten Touristikjahr waren Fernreisen, die ein Umsatzplus von vier Prozent erzielten. Hochseekreuzfahrten legten um neun Prozent zu. Nach ersten Hochrechnungen des DRV wird sich der Marktanteil der Kreuzfahrten am Gesamtumsatz in Deutschland auf voraussichtlich 15 Prozent erhöhen.

Die noch junge Wintersaison kann aktuell noch nicht an den wachstumsstarken Vorwinter anschließen. Die am häufigsten gebuchten Ziele sind die Kanaren und Ägypten, auch die Türkei wird zunehmend als Winterziel gewählt. Zu den nachfragestarken Fernreisedestinationen zählen die Malediven, Südafrika und die Kapverden.

Für den Sommer 2020 können noch keine verlässlichen Aussagen getroffen werden.

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