Reisevertrieb

DRV-Tagung: „Aufs Kerngeschäft konzentrieren!“

Krisenexperte Alexander Möller (rechts) im Gespräch mit DRV-Hauptgeschäftsführer Dirk Inger

Krisenexperte Alexander Möller (rechts) im Gespräch mit DRV-Hauptgeschäftsführer Dirk Inger. Foto: DRV

Die Touristikbranche sollte sich nicht vom Thema Insolvenzabsicherung erdrücken lassen und stattdessen verstärkt ihre Kernleistungen in den Vordergrund rücken. Dies empfahl der Krisenexperte und Unternehmensberater Alexander Möller in einem Podiumsgespräch auf der DRV-Jahrestagung in Hamburg.

„Ihr seid keine Versicherer. Ihr verkauft ein schönes Produkt, das ist eure Kernleistung“, wendete sich Möller direkt an die anwesenden Reiseveranstalter und Reisebüro-Mitarbeiter. Auch wenn der Kunde zurzeit verstärkt nach der Absicherung der Kundengelder fragte, wie Reisebüro-Inhaber und DRV-Vorstand Ralf Hieke feststellte, sollten Reiseverkäufer schnell zu anderen Themen übergehen, zeigte sich Möller überzeugt.

Der Kunde wolle ein Sorglospaket für die schönste Zeit des Jahres – und er wolle jemanden, der ihn dabei begleitet. Beides bekomme er mit der Pauschalreise und der Buchung im Reisebüro, war sich der Unternehmensberater mit Podiumsteilnehmern wie FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller und Reisebüro-Inhaberin Astrid Stosius einig.

Der Haken bei der Sache: Diese Dinge werden aus Sicht von Möller zu wenig in den Vordergrund gerückt. Der Krisen-Manager verwies in diesem Zusammenhang auf seine Zeit beim ADAC in den Jahren 2014 und 2015. Damals kämpfte der Automobilclub mit den Folgen des Skandals um die Manipulation bei seinem Preis „Gelber Engel“, bei dem es um das Lieblingsauto der Deutschen ging.

Das Image sei damals extrem angekratzt gewesen, gestand Möller auf dem DRV-Podium. Die Rettung für den ADAC sei damals gewesen, immer wieder positive Themen zu setzen, sich ins rechte Licht zu rücken und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Und das war der Abschleppdienst. Dieser Service sei weiterhin top gewesen, der ADAC habe „jederzeit professionelle Hilfe geboten“.

Genau dies müsse jetzt mit der Pauschalreise geschehen, forderte Möller. Für Reisebüro-Inhaberin Stosius, als bisherige Franchise-Nehmerin von Thomas Cook besonders vom angekratzten Image der Pauschalreise betroffen, keine überraschende Aussage: „Absolut richtig“, sagte sie. „Genau dies machen wir seit Jahren.“

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