Reisevertrieb

Buchungslage: Der Sommer hängt noch durch

Shooting-Star: Deutschland zählt mit einem Buchungsplus von sieben Prozent bei den Veranstalterreisen zu den Destinationsgewinnern

Shooting-Star: Deutschland zählt mit einem Buchungsplus von sieben Prozent bei den Veranstalterreisen zu den Destinationsgewinnern. Foto: pixabay

Seit Mitte Januar zieht das Geschäft an, doch es ist noch Luft nach oben: Mit diesen Worten beschreibt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), die aktuelle Buchungslage von Reiseveranstaltern und Reisebüros.

Ihm zufolge liegt das Veranstaltergeschäft für den Sommer aktuell mit drei Prozent im Minus. Und die große Frage ist, wie es in den nächsten Wochen weitergeht. Es sei „heute nicht abschätzbar, inwieweit sich die Situation rund um das Coronavirus weiterentwickelt und wie sich dies auf das Buchungs- und Reiseverhalten der Deutschen auswirken wird“, so Fiebig während eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main.

Der erfahrene Touristiker ist dennoch „recht zuversichtlich, was das laufende Jahr angeht“. So sei positiv festzustellen, dass die Ausgabebereitschaft der Deutschen steigt. Durchschnittlich 1.012 Euro pro Person gaben deutsche Urlauber bislang im Schnitt für ihre pauschal oder in Bausteinen organisierte Flugreise für den Sommer 2020 aus. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von drei Prozent.

 Ägypten, Türkei und Deutschland sind Buchungsgewinner

Unter den Destinationen ist Ägypten mit einem dicken Umsatzplus von 14 Prozent bislang der Gewinner für die Sommersaison. Auch die Türkei, die seit zwei Jahren stark wächst, legt weiterhin zu – wenn auch bislang nur um zwei Prozent. Und auch Deutschland, wo Urlaub traditionell eher selbstorganisiert wird, zeigt bei den Veranstalterreisen ein Umsatzplus von sieben Prozent.

Das meistgebuchte Sommerziel bei den Veranstalterreisen ist erneut Griechenland. Bei den griechischen Inseln liegt aber allein Rhodos im Plus, Kreta verweilt auf Vorjahresniveau und Kos sowie Korfu liegen laut DRV noch deutlich unter dem Vorjahr. Auf den weiteren Plätzen folgen die Türkei, die Balearen und Kanaren. Ägypten rangiert auf Platz fünf.

Fernstrecke mit zehn Prozent im Minus

Potential gibt es noch auf der Fernstrecke: Die Buchungen für Fernreisen hinken im Sommer bislang den Erwartungen hinterher. Das Umsatzminus liegt hier bei zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die großen Verlier sind Ziele in der Karibik und Mexiko.

„Wir sehen uns einem herausfordernden Jahr gegenüber“, erklärt Fiebig. Die Pauschalreise erfreue sich zwar einer nach wie vor sehr hoher Beliebtheit, trotzdem seien die Nachwirkungen der Insolvenz von Thomas Cook noch nicht vollständig ausgestanden.

„Die Deutschen sind grundsätzlich in Urlaubslaune und ich bin mir sicher, dass wir auch in diesem Jahr ein stabiles Ergebnis erreichen werden – vielleicht sogar mit einem kleinen Wachstumsplus“, macht Fiebig Mut.

Die genannten Zahlen stammen aus den aktuellen Auswertungen von Travel Data + Analytics für den DRV. Basis der Auswertung sind die Urlaubsreiseumsätze, die bis Ende Januar 2020 in Reisebüros und auf den Online-Reiseportalen der klassischen OTAs und Reiseveranstalter gebucht wurden.