Reisevertrieb

Verbände: Brandbrief an Bundeskanzlerin

Die Tourismusbranche fordert von der Bundesregierung eine Nachbesserung des Nothilfeprogramms. Foto: Anghi/istockphoto.com

Die Tourismusbranche fordert von der Bundesregierung eine Nachbesserung des Nothilfeprogramms. Foto: Anghi/istockphoto.com

Mit einem gemeinsamen Brandbrief haben sich 29 Tourismus-Branchenverbände und Unternehmen an die Bundesregierung gewandt. Sie fordern geschlossen Nachbesserungen am Corona-Nothilfeprogramm. In dem Schreiben an die Bundeskanzlerin mahnt die Branche an, dass insbesondere der touristische Mittelstand mit zwischen elf und 249 Mitarbeitern von keiner der Hilfsmaßnahmen ausgenommen werden dürfe. Gerade diese Unternehmen würden im Nachgang der Krise gebraucht und „maßgeblich helfen, schnellstmöglich wieder zum Normalzustand zurückzukehren“, heißt es.  

Zudem fordern die Verbände, dass die Liquiditätshilfemaßnahmen, die mit Hilfe der KfW-Kredite erfolgen sollen, auf eine staatliche Haftungsfreistellung von nahezu 100 Prozent gehoben werden. Häufig scheiterte die Kreditvergabe an schlechten Branchen-Ratings und den unsicheren Zukunftsperspektiven.  

Weiter sollten umgehende unbürokratische Abschlagzahlungen bereits für Ende März/Anfang April geleistet werden, da die Bearbeitung der Anträge auf Kurzarbeitergeld einige Zeit brauche.  

Die wohl wichtigste Forderung der Verbände und Unternehmen zielt auf eine Gutscheinlösung (siehe hier) beziehungsweise auf die Einrichtung eines Notfonds, mit der die Ansprüche auf Bargeldauszahlung der Kundengelder bei Buchungen bestritten werden können. Nur so könne es gelingen, die Liquidität der Unternehmen zu sichern.

„Ohne die in unserem Schreiben angemahnten Korrekturen drohen zahlreiche touristische Betriebe, insbesondere mit mehr als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, durch das Raster der staatlichen Hilfsprogramme zu fallen und so kurz- oder mittelfristig von der Bildfläche zu verschwinden“, sagt Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft.