Reisevertrieb

Mobiler Reiseverkauf: So helfen die Zentralen

Zwar müssen die mobilen Reiseverkäufer keine Miete für ein Ladengeschäft zahlen, aber auch sie haben laufende Kosten

Zwar müssen die mobilen Reiseverkäufer keine Miete für ein Ladengeschäft zahlen, aber auch sie haben laufende Kosten. Foto: Moyo Studio/istockphoto

Der Reiseverkauf liegt am Boden – und das trifft nicht nur den klassischen Vertrieb und die Online-Reisebüros, sondern auch selbstständige Reiseverkäufer. Sie haben zwar den Vorteil, keine Ladenmiete zahlen zu müssen. Aber auch sie haben laufende Kosten – und die fehlenden Umsätze sind äußerst schmerzhaft. Wir haben die drei großen Anbieter im Markt – TLT Urlaubsreisen, Solamento und Amondo – gefragt, wie sie ihren Beratern in der Corona-Krise helfen.  

Amondo
Der Bonner Anbieter versucht, seinen Beratern in der aktuellen Situation finanziell unter die Arme zu greifen und die Grundlagen für einen erfolgreichen Neustart zu legen. So wurde das Schulungskonzept stark ausgeweitet. Die Berater können nunmehr mit Mitarbeitern aus den jeweiligen Fachabteilungen Einzeltermine vereinbaren, um sich gezielt und individuell schulen zu lassen.
Mithilfe von Marketing-Aktionen versucht Amondo zudem, auf die besonders prekäre Situation von Reisebüros und Reiseberatern aufmerksam zu machen: Die Idee ist, an die Loyalität der Kunden zu appellieren und bei ihnen Verständnis für die Lage der Reiseverkäufer zu wecken. Dafür wurden Musterbriefe und Grafiken entwickelt. Sie sollen helfen, die richtigen Worte in der Kommunikation mit dem Kunden zu finden, sich in Erinnerung zu rufen und präsent zu sein.
Mit Blick auf die prekäre finanzielle Situation vieler Reiseverkäufer hat Amondo den Beitrag für April ausgesetzt und versucht, bei Partnerunternehmen Entlastungen für die Berater zu verhandeln. Zudem stellt die Zentrale aus eigener Kasse einen Betrag zur Verfügung, der die Berater direkt unterstützen soll.
 „Da der Staat nicht hilft, werden wir nachweislich notleidenden Reiseberatern jene Provision in Form eines Darlehens auszahlen, die durch die Corona-Pandemie verlorenging“, erklärt Amondo-Managerin Ilka Wymar das Konzept des selbst aufgelegten Rettungsschirms.

Solamento
Trotz der aktuellen Kurzarbeitsphase ist die Zentrale von Solamento weiterhin von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr erreichbar. Ein wichtiges Thema ist das Bearbeiten von Stornierungen. Dabei sei es gelungen, „etliche Stornos für den Winter 2020/2021 auf unsere eigenen Veranstalter“ umzubuchen, berichtet Geschäftsführer Sascha Nitsche.  
Zudem stellte die Zentrale ihren Beratern in den vergangenen zwei Wochen täglich um 18 Uhr fortlaufend aktualisierte News mit aktuellen Informationen zur Verfügung.
Parallel dazu unterstützt Solamento bei der Liquidität: So wurden im März Zwischenabrechnungen als Provisionsvergütung gemacht, um schneller eine Zwischenliquidität zu bieten. Hohe Priorität haben auch Infos über die Fördermöglichkeiten der Länder. Einer der Berater sitzt Nitsche zufolge in Sachsen „an der Quelle“ und gebe interne Tipps, „worauf bei Antrag unbedingt geachtet werden muss“.
Mit Blick auf die monatlichen Kosten hat Solamento den angeschlossenen Beratern eine Stundung angeboten. Allerdings bekämen die meisten von ihnen „aufgrund ihrer aktiven Tätigkeit Fördergelder“, berichtet Nitsche. Diese würden aktiv genutzt, um Verbindlichkeiten auszugleichen.
Nitsche zufolge bekommen viele Berater zudem die Solo-Förderung von bis zu 9.000 Euro. Berater, die aufgrund ihrer „Unterdeckung der Selbstständigkeit“ keine Förderung  erhalten, werden die Lizenzgebühren ab April bis aktuell Juni  gestundet.

TLT Urlaubsreisen
Die TUI-Tochter mit ihren Marken Take Off, Feria und Holiday Profis stellt ihren Beratern zweimal wöchentlich Social-Media-Vorlagen zur Verfügung, die sie in Whatsapp, auf Instagram oder Facebook posten können. Die Vorlagen haben unterschiedliche Headlines und sollen den Kunden zeigen, dass ihre Berater für sie da sind, dass sie als Kunden nicht alleine gelassen werden „und die Lust auf Urlaub zurückkehren wird“, heißt es aus der Zentrale in Hannover.
Außerdem wurde ein kleines Video in der Zentrale gedreht, das den Beratern zur Verfügung gestellt wurde und das sie direkt für die Kundenansprache nutzen können. Hier wird den Kunden verdeutlicht: „Die Reiseberater sind immer für sie da, vor der Reise, während der Reise, nach der Reise und wie jetzt in Krisensituationen. Und die Zentrale ist immer für die Berater da“, berichtet Geschäftsführer Kurt Koch.
 Weitere Maßnahmen sind tägliche Updates via Chat und mehrmals wöchentlich Video-Updates zur Corona-Lage. Zudem gibt es wöchentliche Telefonkonferenzen für regionale Berater mit dem jeweiligen Team-Manager und Hilfe beim Beantragen von Fördermitteln des Bundes oder des Landes.

   
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