Reisevertrieb

Reisebüro-Inhaberin verschickt persönlichen Newsletter

Die meisten Reisebüros versenden Newsletter

Die meisten Reisebüros versenden Newsletter. Foto: LadyBB/pixabay

Manja Morawetz setzt für die Kundenbindung unter anderem auf einen persönlichen Newsletter

Manja Morawetz setzt für die Kundenbindung unter anderem auf einen persönlichen Newsletter. Foto: TUI Reisecenter Gliencke

Zahlreiche Reisebüros versenden Newsletter - eigentlich mit Angeboten für den nächsten Traumurlaub. Doch in Zeiten der Corona-Krise ist alles anders und Newsletter wurden ausgesetzt. Nicht so bei Manja Morawetz. Die Reisebüro-Inhaberin hat ihrer Post an die Kunden eine ganz persönliche Note verliehen.

„Liebe Fans vom TUI Reisecenter, (...) wir wollen Euch ab jetzt regelmäßig mit den aktuellen Geschehnissen Eures TUI Reisecenters auf dem Laufenden halten. Wir leben noch!“ So beginnt der erste Newsletter, den Morawetz vor Kurzem an ihre Kunden verschickt hat. Sie ahnte nicht, wie positiv die Resonanz sein würde.

„,Toll, dass Ihr noch lebt‘, ,Bitte halten Sie durch!‘, ,Wir unterstützen Sie, wo es nur geht‘, ,Bitte behalten Sie die Provision‘ – die Reaktionen waren toll“, sagt Morawetz. „Und haben mir Kraft gegeben und mich  motiviert, weiter zu machen.“

Seit 2006 betreibt die 44-Jährige ihr TUI Reisecenter in Gliencke. Eigentlich arbeitet sie mit zwei Kolleginnen zusammen, doch die musste sie in Kurzarbeit schicken.

Die Idee, einen ganz persönlichen Newsletter rauszuschicken, hatte sie, als sie mit ihrem Mann Rene abends am sogenannten Kreativtisch zusammensaß. „Rene hatte von seiner Crossfit-Box einen Newsletter erhalten, in dem die Inhaber erzählten, was derzeit bei ihnen passiert. Da dachte ich, das will ich auch. Die Kunden sollen wissen, was wir machen, wenn wir nicht geöffnet haben.“

So setzte sie sich mit ihrem Mann zusammen und erstellte im Programm Mailchimp einen Newsletter. Sie schrieb auf, was ihr auf der Seele lag, dass ihre Kolleginnen sich in Kurzarbeit befinden, dass die Reisen für März und April storniert worden sind. Und dass das auch bedeutet, dass die gesamte Provision zurückgezahlt werden müsse. „Ich will, dass die Leute verstehen, wie wir arbeiten und was unsere Sorgen sind.“

In einem weiteren Brief an ihre Kunden berichtete Morawetz, dass Kunden nach einer dreitägigen Rückreise aus Phuket glücklich gelandet sind, dass sie Soforthilfe beantragt habe und dass Kunden angefragt hätten, wie es mit ihrer Reise im Sommer aussieht. Die Antwort lieferte sie gleich mit: „Hier rate ich ihnen, dass sie bitte nicht stornieren, sondern lieber abwarten. Alle Kunden warten ab!“, schrieb die Reiseexpertin.

Auch in der Zukunft will sie ihre Kunden auf diese Weise auf dem Laufenden halten. „Immer wenn etwas passiert oder wenn ich denke, jetzt ist mal wieder Zeit für eine Lebenszeichen, setze ich mich hin und schreibe.“ Denn gerade in einer solch unsicheren Zeit, wollen die Kunden informiert werden, ist Morawetz überzeugt. „Es ist wichtig zu wissen, dass da jemand ist, der den Überblick behält. Und das tue ich.“

Morawetz zeigt sich optimistisch, dass sie die Krise überstehen wird. „Mein Wunsch war immer, dass es am 1. Mai wieder losgeht.“ Bleibt zu hoffen, dass ihr Wunsch auch in Erfüllung geht.

Die Newsletter finden Sie hier und hier.

   
Ute Fiedler