Reisevertrieb

Mein Urlaubsglück: „Branche muss präsenter werden“

Die Teilnehmer der Denkfabrik in Lappland (von links): Thomas Wiedau, Udo Lutz, Ender Karadag, Christos Tassakos, Kurt Koch,Thorsten Schumacher, Steffen Buder, Matthias Gürtler. Schon auf dem Weg zurück nach Kreta war zum Zeitpunkt der Aufnahme Vangelis Vassiliou

Die Teilnehmer der Denkfabrik in Lappland (von links): Thomas Wiedau, Udo Lutz, Ender Karadag, Christos Tassakos, Kurt Koch,Thorsten Schumacher, Steffen Buder, Matthias Gürtler. Schon auf dem Weg zurück nach Kreta war zum Zeitpunkt der Aufnahme Vangelis Vassiliou. Foto: Mein Urlaubsglück

Die deutsche Reisebranche braucht für die kommenden Monate mehr Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Genauso wichtig ist der intensive Dialog untereinander sowie mit den Kunden. Dies ist das Fazit einer Denkfabrik-Session des Vertriebsspezialisten Mein Urlaubsglück.

Was banal klingt, hat einen ernsten Hintergrund: „Im ersten Jahr der Corona-Pandemie gab es so viel Austausch wie selten in der Reisebranche“, sagt Kurt Koch, Vorstandsvorsitzender der Rita AG, des Mutterunternehmens von Mein Urlaubsglück. Man habe konferiert, demonstriert und sich öffentlich als Branche gezeigt.

Genau das habe in den vergangenen Monaten deutlich nachgelassen, bedauert Koch. In seinen Augen sei das „nicht nur schade, sondern bei auslaufenden Überbrückungshilfen geradezu kontraproduktiv“. 

 

Intensiver Dialog „wichtiger denn je“

„Die Touristik ist ein People’s Business, das müssen wir untereinander und auch unseren Kunden gegenüber leben“, fordert Koch und führt aus: „Rendite und Kennzahlen bilden selbst keine Strategie, sondern sind das Ergebnis einer klugen Strategie. Es muss immer darum gehen, vor allem die Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.“

Das sei auf den ersten Blick eine Binsenweisheit – aber die Branche laufe gerade Gefahr, dass jeder nur noch auf sich selbst und seine eigenen Zahlen schaue. Der Dialog miteinander müsse in allen Teilen der Branche schnell wieder intensiviert werden, fordert Koch nach zahlreichen Gesprächen, die er nicht nur im Rahmen der Denkfabrik-Session geführt hatte.

 

To-Do-Liste mit vier Punkten

Diese führte Anfang Januar neun Manager aus verschiedenen Teilen der Touristik nach Levi in Finnisch-Lappland. Auf folgende vier Punkte konnten sich die Vertreter aus Hotellerie Kreuzfahrt- und Veranstalterbranche sowie dem Vertrieb einigen:

1. Alle Spieler der Branche müssen möglichst gemeinsam anpacken und die Zukunft mitgestalten. Niemand darf lediglich zuschauen, was sich verändert. Große internationale Digital-Unternehmen stehen bereit, in eine geschwächte deutsche Touristik zu stoßen. Zusammenarbeit muss es ermöglichen, dass möglichst viele Touristik-Unternehmen in Deutschland überleben und weitermachen können.

2.Die Zusammenarbeit muss den Kunden gegenüber viel stärker herausgestellt und kommuniziert werden. Beispielsweise die Vorteile einer Pauschalreise in Verbindung mit persönlicher Reiseberatung. In dieser Kombination gewährleisten alle beteiligten Leistungsträger echte Hilfe im Fall der Fälle, nicht nur in unsicheren Zeiten. Dadurch wird für die Kunden ein deutlicher Mehrwert generiert im Vergleich zu selbst gebuchten einzelnen Reisebausteinen.

3. Social Media muss in der Kundenkommunikation eine viel größere Rolle als bisher spielen, denn dort sind die Kunden in stark wachsendem Maß anzutreffen. Das in den sozialen Medien übliche Share-Prinzip ist zudem das ideale Mittel für eine demonstrative Vernetzung und Zusammenarbeit.

4.Nachhaltigkeit muss in der Reiseproduktion und im Reisevertrieb noch mehr Sichtbarkeit erhalten. Viele Zielgebiete wie etwa Lappland als Austragungsort der Denkfabrik bieten nicht nur originäre Naturerlebnisse, sondern bereits heute passende Produkte für umweltbewusste Reisende.

 

Mein Urlaubsglück: Starke Zahlen trotz Pandemie

Was nach Theorie klingt, kann Rita-Vorstand Kurt Koch auch praktisch untermauern. Ihm zufolge bestätigen die Erfahrungen der Reiseberater von Mein Urlaubsglück die Einschätzungen der Teilnehmer der Denkfabrik: „Aus der intensiven Zusammenarbeit mit Leistungsträgern und aus ihrem engen Kontakt zu den Kunden heraus konnten sie diesen ein umfassendes Gefühl von Sicherheit vermitteln und daher 2021 trotz der Pandemie gute Buchungszahlen erreichen“, berichtet der Vertriebsexperte.

Neben Kurt Koch nahmen an der Denkfabrik acht Touristiker teil. Zu ihnen gehören die Hotelvertreter Christos Tassakos (Daios Cove Luxury Resort) und Vangelis Vassiliou (Grecotel), Thomas Wiedau vom Flugticket-Großhändler Aerticket, Ender Karadag vom Veranstalter Ferien Touristik/Coral Travel, Udo Lutz von TUI Cruises, Steffen Buder als Vorsitzender des Verbands selbstständiger Reiseberater Deutschlands (VSRD), Thorsten Schumacher (Reiseberater der Kooperation Mein Urlaubsglück) sowie Matthias Gürtler (touristik aktuell). 

Was die Lappland-Reisenden neben den Diskussionen über die Branche vor Ort erlebten, sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Matthias Gürtler