Tag der Bustouristik: Große Herausforderungen und Chancen

Busreisen würden im Reisebüro immer noch stiefmütterlich behandelt, konstatierte Organisator Dieter Gauf beim Tag der Bustouristik im Wiesbadener Kurhaus. Foto: uf
Busreisen würden im Reisebüro immer noch stiefmütterlich behandelt, konstatierte Organisator Dieter Gauf beim Tag der Bustouristik im Wiesbadener Kurhaus. Foto: uf

Die Herausforderungen sind groß, mit denen die Bustouristik derzeit und auch in die Zukunft blickend zu kämpfen hat: Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Inflation, hohe Dieselpreise, 49 Euro-Ticket. Beim 40. Tag der Bustouristik, der im Wiesbadener Kurhaus als Präsenzveranstaltung stattfand, tauschten sich Branchenvertreter aus und suchten nach Lösungen – gemeinsam und an einem Strang ziehend.

Organisator Dieter Gauf blickte anlässlich der Jubiläums-Fachtagung kurz zurück auf die vergangenen Jahre. Nach tausend Tagen Pandemie sei man nun zurück in der Spur, allerdings könne man nicht dort weitermachen, wo man aufgehört habe, sagte er. Krieg und Krankheiten machten vor allem Senioren, der Zielgruppe der Bustouristik, Angst. Dieser gelte es durch Aufklärungsarbeit zu begegnen.

Nachholbedarf im Reisebüro-Vertrieb

Busreiseanbieter könnten mit Sicherheit und Know-how punkten – das gelte es stärker herauszuheben, forderte Gauf, der zudem großen Nachholbedarf beim Vertrieb von Busreisen über Reisebüros sieht. Lange Zeit seien Busreisen am Counter stiefmütterlich behandelt worden, sagte er. Und auch wenn er heute Studenten als Testkäufer in Reisebüros schicke, seien die Ergebnisse oft „fatal“. Da müsse mehr geschehen.

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Doch es gibt laut Gauf auch Grund zu Optimismus: „Die Menschen haben Lust zu reisen – trotz der Krise“, sagte er. Zudem sehe er für den Reisebus in Zeiten von Umwelt- und Klimadebatten eine große Chance.

Wie groß die Sehnsucht der Deutschen nach Urlaub im abgelaufenen Touristikjahr war, verdeutlichte beispielsweise Romeo Draghicchio, Chef der Kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt und Mitglied des Corps Touristique: „2022 war ein absolutes Rekordjahr“, resümierte er. Man habe 3,5 Millionen Gäste aus Deutschland verbucht – 20 Prozent mehr als 2019.

Draghicchio sieht auch große Chancen, 2023 an das Jahr anknüpfen zu können – und reichlich Potenzial im Bus- und Gruppengeschäft.

Einen ausführlichen Bericht zum Tag der Bustouristik lesen Sie in der nächsten Ausgabe von touristik aktuell (45-46/2022), die in der kommenden Woche erscheint.

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