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Thomas Cook: Keine Liquiditätsprobleme

Deutschland-Zentrale von Thomas Cook in Oberursel bei Frankfurt am Main

Deutschland-Zentrale von Thomas Cook in Oberursel bei Frankfurt am Main. Foto: Thomas Cook

Der Reisekonzern Thomas Cook hat trotz der gerade veröffentlichten Halbjahreszahlen und des sinkenden Aktienkurses keine Liquiditätsprobleme. Dies versicherte das Unternehmen auf Anfrage von touristik aktuell.

Mit der jüngsten Finanzierungszusage in Höhe von 300 Millionen Pfund sei unter anderem gewährleistet, dass das Unternehmen auch den nächsten Winter überstehe. Während des Sommers ist der Cashflow großer Veranstalter ohnehin gesichert, da in dieser Zeit der Großteil der Buchungen abgereist wird und das Geld entsprechend eingeht.

Darüber hinaus gebe es „ein gesundes Interesse“ für den möglichen Verkauf der Airlines des Konzerns. Welche Unternehmen sich bis zum Stichtag vor zehn Tagen gemeldet haben, sagt Thomas Cook nicht.

Bekannt ist, dass Lufthansa gerne Condor übernehmen würde, vor allem die Langstrecken ab Frankfurt und München. Bei der Kurz- und Mittelstrecke ist offen, ob eine Übernahme durch Lufthansa von den Wettbewerbshütern genehmigt würde.

Bei Thomas Cook besteht bislang offenbar kein Zwang für einen Verkauf. „Die Airlines werden nur verkauft, wenn es sinnvoll ist“, heißt es. Dazu gehöre neben einem entsprechenden Preis auch die Zusage, die Kunden von Thomas Cook zu befördern.

Das Nachrichtenportal n-tv hatte heute Analysten zitiert, die ein mittelfristiges Aus für Thomas Cook prophezeien.
 

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Kommentare (4)

  • Joerg Kinder
    am 20.05.2019
    Also jetzt mal im Ernst- das kann doch keiner mehr glauben. Der Aktienkurs ist heute morgen auf 10 Cent gefallen- was heißt das Unternehmen hat einen Wert von unter 200 Millionen Euro. Der Kostenfaktor nur alleine vom Personal wird sich vielleicht auf 50 Mio im Monat belaufen, dazu die öffnet Kosten für Mieten, Hotels, Airline etc. Da bringen einen die 300 mio Kredit nicht mehr weit. Dazu kommt noch der Brexit im Oktober. Als Kunde würde ich mir langsam Gedanken machen- TC hat ca 1,3 Mrd Kundenvorauszahlungen- die sind aber nur mit 110 mio per Versicherung gedeckelt. Da muss man kein Finanzgenie sein um zu sehen, das das nicht mehr lange gut geht.
  • Thobias Möller
    am 21.05.2019
    Der aktuelle Aktienkurs von Thomas Cook ändert an der finanziellen Handlungsfähigkeit des Unternehmens nichts. Der Kurs könnte sich morgen verzehnfachen und Thomas Cook hätte die gleiche Liquiditätslage wie zuvor. Wie richtig angegeben wurde, verfügt Thomas Cook über 1,3 Milliarden an Kundenanzahlungen. Dies ist ein Teil der Unternehmensliquidität und diese Unternehmensliquidität wird in den kommenden Sommerwochen steigen, weil die Zahl der Reisenden steigt und somit auch von diesen Reisenden Zahlungen an Thomas Cook erfolgen. Mit den Reisezahlungen fliegt Thomas Cook seine Kunden in den Urlaub, bezahlt deren Hotelunterkunft und aus dem erzielten Überschuß bezahlt Thomas Cook seine Angestellten und erzielt nach Abzug aller Kosten hoffentlich auch einen Betriebsgewinn. Wir sehen also, dass Thomas Cook alles andere als inliquide ist. Wichtigster Punkt ist, dass alle Reisebüros weiter fleißig Reisen von Thomas Cook verkaufen müssen, denn all die Unkenrufe sind nur von Shortsellern iniziiert, die sich am fallenden Aktienkurs bereichern wollen. Wir sehen, der Aktienkurs ist für das Tagesgeschäft von Thomas Cook gänzlich unbedeutend. Entscheidend ist, sich auf das verkaufen von Reisen zu fokussieren, was das Einzige ist, was Thomas Cook wieder zu ordentlichen Gewinnen verhilft. Für ein Unternehmen, was 1,3 Miilarden an Kundenanzahlungen in der Kasse hat, braucht auch keine Versicherung einzutreten, denn Thomas Cook hat das Geld ja nicht veruntreut.
  • Elida Tejeda
    am 21.05.2019
    Dynamik hat erst der negative Analystenkommentar der amerikanischen Citi Group in den Preisverfall der Aktien und Anleihen von Thomas Cook gebracht. Es ist ein börsentypischer Hergang, wie er klassischer nicht sein kann, um einen Börsenkurs sinken zu lassen. Das Shortinteresse in den Aktien von Thomas Cook ist kurze Zeit vor Bekanntgabe der Halbjahreszahlen sprunghaft angestiegen. Jeder wußte, dass die Zahlen nicht berauschend sein werden. Am Tag der Zahlenbekanntgabe ist der Kurs nur! um 15 Prozent gefallen, was in Ordnung geht. Das war den Interessierten am Kursverfall jedoch nicht genug. Wenn der Kurs nicht freiwillig sinkt, muß mit unlauteren Mitteln nachgeholfen werden. Da kommt die Citi Group, die auch gerne als Wallstreet Bank bezeichnet wird, ins Spiel, weil sie genau den Personenkreis in der Kundschaft hat, der üblicher Weise derartige hochspekulative und hochriskante Trades auf fallende Kurse eingeht, was nur dann hochprofitabel ist, wenn der Aktienkurs auch hochprozentig fällt. Gerne wird da zum Trick gegriffen, ein ganz niedriges Kursziel oder am besten, wie hier geschehen, ein Kursziel von 0,00 auszurufen. Das verschreckt auch die treuesten Anleger und zündet ein Feuerwerk von sich auslösenden Stoploss Orders, die wie fallende Dominosteine den Kursverfall immer noch beschleunigen. Kursziele von 0,00 wurden schon auf viele börsennotierte Unternehmen ausgesprochen. Beispiele sind Aurelius, Stroer und immer wieder Wirecard. All diese Unternehmen sind heute immer noch am Markt und mehr Wert als 0,00, und Thomas Cook ist auch mehr wert als 0,00. Doch die Börse übertreibt gerne bedingt durch die Interessen starker Marktteilnehmer. Im Übrigen, der derzeit niedrige Preis von TC Aktien und Anleihen geht ausschließlich auf die Kosten der Anleger, die diese Titel halten und nicht direkt zu Lasten der Unternehmensliquidität. Großen Schaden für TC entsteht nur dann, wenn die Märchen der Wallstreetbank Citi Group tatsächlich Urlaubswillige davon abhalten, bei TC eine Reise zu buchen. Helfen Sie bei Ihrer täglichen Arbeit dies zu verhindern. TC hat kein Liquiditätsproblem und wenn mehr Leute verreisen würden, auch nie eines bekommen.
  • Joerg Kinder
    am 21.05.2019
    Hallo :-) Ich stimme dem Punkt Aktienkurs und finanzieller Handlungsfaehigkeit zu. Aber persoenlich denke ich das TC sowie auch die TUI sich viel schneller aendern muessen, denn die "alten Pauschalgaeste" werden immer aelter und die jungen Kunden werden ueber andere Kanaele buchen, das wird nicht gleich morgen passieren, aber in vieleicht 3-5 Jahren. Dann werden TC und TUI ein Problem haben. Boking und Airnb haben bereits beide Veranstalter eingeholt- Google macht auch eine eigene Reisesparte auf. Dazu kommt natuerlich auch noch das im Fall TC ganz ploetzlich unerwartende Dinge passieren koennen wie Wertverlust des britischen Pfundes und dadurch reduzierde Gaestezahlen aus England, Ansehenverlust der Marke und dadurch stagnierende Buchungszahlen durch boersentechnische Turbulenzen, Anschlaege in Grosszielen wie Tuerkei, Aegypten, Tunesien etc. und sehr schnell hat man speziell im Winter ein ganz grosses Problem. Interessant hierzu auch die Kurzanalyse von Dr, Fried und Partner ueber die Zukunft von Reiseveranstaltern. Hier nur mal die Fazits:
    1.Aufgrund abnehmender Margen haben klassische Reiseveranstalter immer weniger die Möglichkeit, in die Zukunft zu investieren und den Kunden langfristig werthaltige und deren Ansprüchen genügende Produkte zu liefern.
    2.Eine Verbesserung der Reiseveranstalter-Rentabilität ist dringend notwendig. Zu erwarten sind strategische Konsolidierungsbemühungen der Großveranstalter durch Erwerb mittlerer und spezialisierter Marktteilnehmer.
    3. Fraglich ist, ob der klassische Veranstalter vor dem Hintergrund des Margendrucks mittelfristig überlebt. Die Zukunft bestimmen in jedem Fall weiterentwickelte Veranstaltermodelle.
    4.Mit der derzeit stattfindenden Verlagerung der Wertschöpfung potenziert sich das Risiko für das Veranstaltermodell.

    Es hat natuerlich keiner eine Glaskugel, aber es gab bei TC bereits vorher sehr schwierige Etappen die immer nur gerade so gemeistert worden sind, aber die Bedingungen waren damals guenstiger als heute. Wir haben ja bereits bei Airberlin und Germania gesehen, das es manchmal schnell gehen kann. Wie sagt man so schoen: Wo Rauch ist , ist auch Feuer. Also abwarten und Tee trinken. Ps Es wuerde mich freuen wenn TC auch noch seinen 180. Geburtstag feiern koennte

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