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Thomas Cook: „Weiterhin bedenkenlos buchen“

Reisebüros werden immer eine tragende Säule für Thomas Cook bleiben, versichert Deutschland-Chefin Stefanie Berk. Foto: Thomas Cook

Reisebüros werden immer eine tragende Säule für Thomas Cook bleiben, versichert Deutschland-Chefin Stefanie Berk. Foto: Thomas Cook

Die Schlagzeilen um Thomas Cook sorgen für Unruhe im Vertrieb. Viele Reisebüros fragen sich, ob sie Reisen des Konzerns noch guten Gewissens verkaufen können. Im Exklusivinterview mit touristik aktuell versucht Deutschland-Geschäftsführerin Stefanie Berk, die Bedenken der Reiseverkäufer zu zerstreuen: „Die Gespräche zur Rekapitalisierung haben keinerlei Auswirkungen auf unsere gemeinsamen Kunden, die weiterhin bedenkenlos Urlaub und Flüge bei uns buchen können.“

Man wisse, was man an den Reisebüro-Partnern habe, die Thomas Cook in den vergangenen Monaten die Treue gehalten hätten. „Unsere Pauschalreisen sind gesetzlich abgesichert, so wie bei allen anderen Reiseveranstaltern in Europa“, sagt Berk.

Thomas Cook will die Kredite bei Banken und Anleihegläubigern in Unternehmensanteile umwandeln. Mit Wegfall einer immensen Schuldenlast und mit frischem Geld könne man in die Zukunft investieren. „Der stationäre Vertrieb wird dabei immer eine tragende Säule für uns bleiben“, versichert die Geschäftsführerin.

Das komplette Interview mit Stefanie Berk lesen Sie in der neuen Ausgabe von touristik aktuell.

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Kommentare (4)

  • emmdee
    am 19.08.2019
    Wie kann man weiterhin bedenkenlos bei ThomasCook buchen, auch wenn deren Pauschalreisen gesetzlich abgesichert seien. Denn genau da liegt der große Haken, der sich im Fall des Falles als Boomerang erweisen wird:

    Rückversicherer sind pro Jahr nur bis zu 110 Millionen € entschädigungspflichtig und das evtl. Aufkommen von ThomasCook auf dem deutschen Markt für Anzahlungen und Restzahlungen übersteigt diesen Betrag lt. Handelsblatt im März 2019 deutlich. Man rechnet dann nur mit einer Erstattungsquote von um die 20 Prozent.
    Sollte ein weiterer RV im selben Jahr Insolvenz anmelden, wird die Quote noch geringer ausfallen.

    Als Reisebüro könnte ich daher derzeit keinem Kunden mit gutem Gewissen diesen Reiseveranstalter empfehlen.
  • Dietmar F.K.Jaschinski
    am 19.08.2019
    Das sehe ich anders:Natürlich buchen wir vertrauensvoll die TC-Gruppe weiter mit ihren sehr guten Produkten und Preisen.
    Warum sollten Sie Konkurs anmelden?
    Ich denke, der chinesische Kapitalgeber hat daran
    keinerlei Interesse - höchstens die Konkurrenz.
    Doch auch das würde ihr keinerlei helfen. Eher wäre es ein Schaden für die gesamte touristische Industrie.
    Das ganze Übel begann mit dem Größenwahn sich in die englischen Hände der ‚City of London‘ zu begeben. Die Deutsche Bank lässt grüßen.
    Die verantwortlichen Akteure machten längst Kasse und haben das Feld gut versorgt verlassen. Es gibt positive touristische Beispiele mit Alltours und Schauinsland, die solide erfolgreich arbeiteten mit dem stationären Vertrieb.
    Auch die große und gute WOT wird “shareholder bedingt“ getrieben von einigen internationalen
    Akteuren, das sie fast darüber ‚digital‘ vergisst, dass beim beratenden Verkauf die menschliche Dienstleistung im Mittelpunkt stehen trotz aller notwendigen Digitalisierung.
  • Wolfgang Hoffmann
    am 19.08.2019
    ...mag ja durchaus sein, dass sich TOC finanziell berappelt, niemand ist ein Prophet und man hat ja bekanntlich schon Pferde... und das vor der Apotheke. Aber was ist damit: „Der stationäre Vertrieb wird dabei immer eine tragende Säule für uns bleiben“? Das ist mir als Bekenntnis zu vage. Eine tragende Säule ist nicht das, was ich in einem Vertriebsverhältnis sein möchte. Das sagt nämlich nichts darüber aus, wie ich zukünftig finanziell über die Runde komme. Eine tragende Säule will gepflegt sein, gewartet, gestreichelt. Das könnte sich z.B. durch eine Mindestprovision von 11% ab der ersten Buchung darstellen. Oder durch einen Verzicht auf unfairen Wettbewerb.
    Unter einer tragenden Säule fühlen sich für gewöhnlich auch die wohl, die wir als gemeinsame Kunden bezeichnen. Da möchte man dann "vertrauensvoll" sein. Vertrauen ist gerade jetzt gefragt. Vor allem, wenn man unter tragenden Säulen sitzt.
    An unseren Metaphern müssen wir aber noch ein wenig arbeiten, gelle.
  • Andreas Dubiella
    am 19.08.2019
    Das der britische Reisemarkt wegen dem Brexit derzeit massiv schwächelt und damit gegebenfalls des gesamte Unternehmen in den Konkurs rutschen kann wird selbstverständlich mit keinem Wort erwähnt. Wie Thomas Cook mit Millardenschulden und einer Finanzspritze von "nur" 750 Millionen den Winter überlebt, erschließt sich mir als Finanzlaie nur schwerlich. Wenn ich Kunde wäre würde ich das Risiko das mein Geld weg ist nicht unbedingt eingehen.

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