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Insolvenzabsicherung: Eilige Suche nach Lösungen

Die Zeit drängt: Eine Lösung für eine Erhöhung der Haftobergrenze bei der Insolvenzabsicherung soll schnellstmöglich präsentiert werden

Die Zeit drängt: Eine Lösung für eine Erhöhung der Haftungsobergrenze bei der Insolvenzabsicherung soll schnellstmöglich präsentiert werden. Foto: alexas_fotos/pixabay

Die Justizminister der Länder haben während der diesjährigen Herbstkonferenz die Bundesjustizministerin aufgefordert, eine höhere Haftungsgrenze bei Insolvenzen von Reiseveranstaltern zu prüfen – und zeitnah Lösungen zu finden.

„Wir sind der Meinung, dass die Insolvenz der deutschen Thomas-Cook-Gesellschaften bewiesen hat, dass die Möglichkeit der Kundengeldabsicherer, ihre Haftung auf 110 Millionen Euro zu begrenzen, nicht mehr zeitgemäß ist“, erklärte die diesjährige Vorsitzende der Justizministerkonferenz, Sabine Sütterlin-Waack. Es müsse geklärt werden, „welche Anhebungen der Summe und welche ergänzenden Maßnahmen erforderlich sind, um einen wirksamen und umfassenden Schutz der Reisenden rasch zu gewährleisten“, sagte sie. „Hierbei sollte auch überlegt werden, ob und wie diese Schritte so ausgestaltet werden können, dass Härten für kleine und mittlere Unternehmen vermieden werden können.“

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hatte bereits vor der Konferenz einen Fonds ins Spiel gebracht. Dieser solle von Reiseveranstaltern und Kunden getragen werden, wodurch „mit geringen Preisaufschlägen für Reisende“ zu rechnen sei, berichtet n-tv.

Laut Handelsblatt unterstützt der Verbraucherschutz Bundesverband einen solchen Vorstoß. Allerdings müsse der Reiseveranstalter in die Pflicht genommen werden und nicht der Reisende. Diese „sollten nicht vor die Entscheidung gestellt werden, darüber entscheiden zu müssen, ob und in welcher Höhe sie sich gegen die Insolvenz des Reiseveranstalters versichern“, sagte eine Expertin gegenüber dem Handelsblatt. „Dazu fehlen ihnen schlicht die notwendigen Informationen, welche Reiseveranstalter eine gute oder schlechte Bonität besitzen.“

Der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands schlägt ein verpflichtendes Angebot für den freiwilligen Abschluss einer Insolvenzversicherung vor. Dieses sei leicht umsetzbar, heißt es. „Wir kennen das von der Reiserücktrittsversicherung, die die Kunden optional dazu buchen können. Die Versicherungssumme sollte dem allgemeinen Geschäftsvolumen des Reiseunternehmers entsprechen.“

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Kommentare (2)

  • Charly Amend
    vor 6 Tagen
    Guten Morgen Ministerinnen und Minister, aufgewacht? Koma beendet? Lassen Sie bitte nicht Ihre ignoranten Schreibtischhengste aus den Referaten hier zu sehr tätig werden. Dieser Berufsstand zeichnet sich durch eine chronische Unkenntnis jeglicher Sachverhalte aus. Fit ist diese Zunft nur dann, wenn Lobbyisten mit kleinen Aufmerksamkeiten winken. Auch ist der eingerostete DRV zu verschlafen, die Problematik der Reisesicherung im Sinne des Verbrauchers zu lösen. Hier müssen die Verbrauchverbände mit ins Boot und ein hellwacher Reisebüroverband wie der VUSR, der nicht für den Hofknicks vor den grosskopferten Veranstaltern bekannt ist.
    Ich stimme dem Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands so weit zu, dass die Reiseabsicherung individuell auf das Umsatzvolumen des Veranstalters zugeschnitten sein muss. Aber auf keinen Fall auf freiwilliger Basis. Auf freiwilliger Basis gelingt in Deutschland nichts!
  • thuringio
    vor 3 Tagen
    Typisch deutsch, 25 Jahre hat mans verpennt und nun plötzlich keine Zeit mehr lol.

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