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TUI-Umbau: „Zukunftsvereinbarung für Mitarbeiter“

Hier bleibt „kein Stein auf dem anderen“: TUI-Zentrale in Hannover

Hier bleibt „kein Stein auf dem anderen“: TUI-Zentrale in Hannover. Foto: ta

Ein halbes Jahr nach der Ankündigung, in den kommenden zwei Jahren 450 Stellen zu streichen, hat TUI Deutschland nun eine so genannte Zukunftsvereinbarung für die Mitarbeiter erarbeitet. Ziel sei, „Beschäftigung abzusichern und Mitarbeitern zuverlässige Perspektiven zu bieten“, heißt es in einem Papier.

Der Stellenabbau betrifft vor allem das Veranstaltergeschäft und soll alle Hierarchiestufen betreffen. Dass TUI Deutschland aufgrund der Cook-Pleite in diesem Jahr mit rund einer halben Million zusätzlicher Kunden rechnet, scheint die Pläne nicht zu beeinflussen. Der geplante Abbau betrifft in etwa zehn Prozent aller Mitarbeiter in Hannover.

Der Grund dafür ist laut Deutschland-Chef Marek Andryszak der Wandel vom Reiseveranstalter zu einem Digital- und Plattformunternehmen. Dieser Umbau werde TUI noch stärker verändern als die Transformation vom Reisevermittler zum Hotel- und Kreuzfahrtkonzern. „In Hannover bleibt kein Stein auf dem anderen“, beschrieb Vertriebschef Hubert Kluske die Situation auf der Jahrestagung der Reisebüro-Kooperation TUI Travel Star im Dezember in Madrid.

Die Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern sieht vor, Mitarbeitern „im Zuge der Transformation Perspektiven mit hoher Verlässlichkeit“ zu bieten. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen TUI die Möglichkeit geben, die nötigen Veränderungen umzusetzen.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

1. Bereitstellung eines Zukunftsfonds für Qualifizierungsmaßnahmen in Höhe von drei Millionen Euro. Die Maßnahmen zahlen insbesondere auf das Thema Digitalisierung ein.
2. Mindeststandards für Freiwilligenprogramme.
3. Beschäftigungssicherung bis zum 31.12.2021 mit der Einschränkung, dass betriebsbedingte Kündigungen als ultima ratio möglich sind.
4. Weitere Einzelmaßnahmen zur Beschäftigungssicherung wie zum Beispiel Förderung von Teilzeit und Jobsharing.