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FTI-Insolvenz: Klarheit für Kunden gefordert

Es wird Zeit, dass die Kunden von FTI schnell Klarheit über ihre bestehenden Buchungen erhalten. Absagen ist besser als warten

Es wird Zeit, dass die Kunden von FTI schnell Klarheit über ihre bestehenden Buchungen erhalten. Absagen ist besser als warten. Foto: FTI

In der Branche werden die Stimmen lauter, die mit Blick auf die Reiseabsagen im Zuge der Insolvenz von FTI, Big Xtra und 5vorFlug eine schnelle Klarheit für die Kunden fordern.

Nach DRV-Präsident Norbert Fiebig meldet sich jetzt Bentour-Chef Deniz Ugur zu Wort. Es sei „unsäglich, dass aus Gläubigerschutzinteressen heraus Urlauber und Vertrieb über den weiteren Verlauf von Absagen von Reisen scheibchenweise ein klarer Handlungsspielraum verwehrt wird.“ Dieses Hin und Her hätten „die Kunden und Mitarbeiter unserer Branche nicht verdient“, betont Deniz Ugur. Der Insolvenzverwalter müsse deshalb dringend seine Strategie ändern.

Kurzfristige Absagen treffen Kunden und Vertrieb hart

Besonders hart betroffen waren bislang Kunden, die am 5. Juni auf Reisen gehen wollten: Die Absage dieser Reisen wurde erst am 4. Juni gegen 19.00 Uhr kommuniziert. Nun wurden die Reisen bis vorerst 10. Juni abgesagt, was danach kommt ist offen. Dies verwundert um so mehr, als der vorläufige Insolvenzverwalter Axel Bierbach am gestrigen Mittwoch ankündigte: „Wir hoffen, eine Lösung für Reisen ab spätestens 1. Juli zu finden.“ Man führe entsprechende Gespräche „mit anderen Anbietern“.

Bestehende Buchungen zu retten, ist der falsche Weg

Deren Erfolg bezweifeln viele Branchenexperten. „Meine Einschätzung ist, dass es keinen namhaften Reiseanbieter gibt, der bereit ist, bestehende Buchungen eines insolventen Anbieters zu übernehmen“, ist sich Bentour-Chef Ugur mit anderen Branchenexperten einig. Und zwar aus verschiedenen Gründen. Einer davon: „Es ist einfach nicht klar, wie Leistungsträger in der Destination mit übernommenen Buchungen umgehen würden. Auch ist es prozesstechnisch deutlich einfacher und sicherer, Neubuchungen zu empfangen und durchzuführen.“

Auch DRV-Vizepräsident und Reisebüro-Inhaber Ralf Hieke hat bereits öffentlich angemahnt, dass die Zeit drängt. Da Reisebüros durch die Stornierungen Provisionen verlieren, seien sie, um die Verluste so gering wie möglich zu halten, auf Neubuchungen angewiesen. Zudem wolle man die Kunden unterstützen. Doch laufe man Gefahr, zwei Buchungen zu generieren. „Eine schnelle Lösung muss her“, appellierten sowohl er als auch DRV-Präsident Norbert Fiebig während eines Online-Auftritts am Dienstagabend an den vorläufigen Insolvenzverwalter Axel Bierbach.

Einen Überblick zu allen News und Hintergründen zur Insolvenz von FTI finden Sie unter touristik-aktuell.de/fti.

Matthias Gürtler