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Alltours: Willi Verhuven bereitet seinen Abschied vor

Alltours-Gründer Willi Verhuven und sein Nachfolger Jan Mayer (rechts)

Alltours-Gründer Willi Verhuven und sein Nachfolger Jan Mayer (rechts). Foto: mg

Die Pläne gibt es schon länger – nun werden sie auch umgesetzt: Der Gründer, Inhaber und Geschäftführer von Alltours, Willi Verhuven, verabschiedet sich im Herbst Schritt für Schritt aus dem operativen Geschäft des Veranstalters. Stattdessen wird er Vorsitzender der von ihm gegründeten Alltours-Stiftung. Zudem will er sich weiterhin um die Allsun Hotels kümmern.

Nachfolger gerade eingestiegen

Sein Nachfolger Jan Mayer ist gerade zwölf Tage im Job – und blickt gespannt auf die anstehenden Aufgaben. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt sei der Einstieg eine große, aber auch „spannende Herausforderung“, spielt der erfahrene Manager auf die Folgen der FTI-Insolvenz an.

Bereits zum Winter soll er die operative Verantwortung bei Alltours übernehmen. Was dabei zu tun ist, weiß er aus seiner touristischen Vergangenheit: Unter anderem war Jan Mayer für Condor, Air Berlin, Thomas Cook und Flemings Hotels tätig. Zuletzt stand er in Diensten von FTI, verließ das Unternehmen allerdings bereits vor dem Insolvenzantrag.

Aktuell arbeitet sich Mayer als Geschäftsführer für die Bereiche Finanzen, Produkt sowie Hotel- und Flugeinkauf ein. Diese Aufgaben hatte Verhuven bis jetzt selbst übernommen. Die Bereiche Vertrieb und Marketing verantwortet weiterhin Geschäftsführer Georg Welbers, als Touristikchef ist zudem Ronny de Clercq mit an Bord.

„Ich kann auch faul sein“

Verhuven, der in Kürze seinen 74. Geburtstag feiert, freut sich auf die anstehenden Veränderungen. „Der Abschied fällt nicht schwer, denn es läuft gut bei Alltours. Und ich kann auch faul sein“, sagte er heute bei einem Pressegespräch in der neuen Firmenzentrale am Rheinufer.

Besonders wichtig sei ihm, dass die Zukunft von Alltours damit gesichert ist: Die 2023 gegründete Stiftung wird künftig alleiniger Gesellschafter der Unternehmensgruppe. Alltours kann damit nicht verkauft werden. „Das ist die Lösung für die Zukunft von Alltours, mit der ich am glücklichsten bin“, betont Verhuven.

Alltours-Gewinne für soziale Projekte

Dazu gehört auch, dass künftig alle Gewinne der Gruppe an die Stiftung fließen. Allein im vergangenen Geschäftsjahr waren das rund 70 Millionen Euro. Später will Verhuven auch einen Großteil seines Privatvermögens an die Stiftung übergeben.

Alltours engagiert sich bereits seit Jahren für soziale Projekte, besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe mit Sitz in Duisburg. Künftig soll sich die Stiftung allerdings verstärkt Projekten im Ausland, etwa in Indien widmen. Und zwar dort, „wo die Not am größten ist“.

Matthias Gürtler