Verkehr

Sun Express: „Preisempfinden der Kunden verrutscht“

Kritisiert die aggressive Preispolitik vieler Airlines: Sun-Express-Chef Jens Bischof. Foto: Sun Express

Kritisiert die aggressive Preispolitik vieler Airlines: Sun-Express-Chef Jens Bischof. Foto: Sun Express

Die Airline-Pleiten der letzten Monate sind nach Ansicht von Sun-Express-Chef Jens Bischof auch Folge des gnadenlosen Preiskampfes in der Branche. „Durch die aggressive Billigtarif-Politik vieler Marktteilnehmer ist das Preisempfinden der Kunden verrutscht“, kritisiert der ehemalige Lufthansa-Manager im Gespräch mit touristik aktuell. „Tickets ab 29 Euro für einen Zwei-Stunden-Flug halten mittlerweile viele für selbstverständlich.“

Solchen Low-Cost-Tarifen stünden auf der Kostenseite unter anderem Start- und Landegebühren, Abgaben für Dienstleistungen an den Airports, die Unterhaltung der Flugzeugflotte sowie nicht zuletzt die stark gestiegenen Kerosinpreise gegenüber. „Da stellt sich schon die Frage: Wo bleibt die wirtschaftliche Rationalität?“, sagt Bischof.

Stark belastet hat die Airlines auch das Flugchaos der abgelaufenen Saison, wovon der deutsch-türkische Carrier nicht verschont blieb. Auch bei Sun Express habe die Ankunftspünktlichkeit phasenweise „weit unter unserem Anspruch“ gelegen, räumt Bischof ein. Das habe zu Entschädigungsforderungen in zweistelliger Millionenhöhe geführt.

Gleichwohl sieht Bischof den Ferienflieger auf einen guten Weg. Nach einem Kapazitätsplus von 20 Prozent im vergangenen und 15 Prozent in diesem Jahr werde Sun Express 2019 in den Kernmärkten nochmals um zehn Prozent zulegen. „Wir sind so stark gewachsen, weil wir fest an das Comeback der Türkei geglaubt haben“, unterstreicht der Airline-Chef und verweist vor allem auf die starke Ausweitung des Angebots zu den Zielen Antalya und Izmir, aber auch nach Ägypten in diesem Winter.

Sun Express wurde 1989 als Joint Venture von Lufthansa und Turkish Airlines gegründet und teilt sich in eine türkische und deutsche Fluggesellschaft auf. Das ausführliche Interview, in dem Bischof auch auf die Flottenplanung und den Reisebüro-Vertrieb eingeht, lesen Sie in der neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 45/2018).

 
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Kommentar (1)

  • Egon strate
    am 19.11.2018
    Die Fluggesellschaften haben doch so billige Preise auf den Markt gebracht nun dürfen sie sich nicht beschweren dass sie dafür nicht fliegen können es ist nur richtig das sie nun so hohe Strafe bezahlen müssen. Wenn sie endlich vernünftige Preise verlangen würden, dann wäre die Nachfragen vermutlich nicht mehr so hoch und sie könnten ihre Flugzeuge so einsetzen dass sie wieder pünktlicher werden. Ein Flug nach Mallorca kann dann mehr as 30 Euro kosten.

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