Verkehr

DB: Nur jeder fünfte ICE „voll funktionsfähig“

Update 11:00 Uhr

Neben den notorischen Verspätungen hat die Deutsche Bahn offenbar auch ein massives Qualitätsproblem im Fernverkehr. Laut internen Dokumenten des Unternehmens sind nur 20 Prozent der ICE-Züge „vollständig funktionsfähig“, wie das ARD-Magazin Kontraste berichtet.

Demnach habe man zwar seit dem Jahr 2016 in den Instandhaltungswerken deutlich mehr Züge mit Schäden abgearbeitet, heißt es in einer Vorstandsvorlage für den am Donnerstag und Freitag tagenden DB-Aufsichtsrat. Doch dieser Erfolg werde „überkompensiert“, da im gleichen Zeitraum mehr ICE-Züge mit Schäden in der Werkstatt eingetroffen seien.

Die Folge: Die Werkstattzeiten für die Fahrzeuge werden knapper, abgearbeitet werden laut ARD-Bericht nur sicherheitsrelevante Mängel. Das habe dazu geführt, dass die Zahl der Schnellzüge, die mit Mängeln die Werkstätten wieder verlassen haben, in dem Zeitraum sogar um 17 Prozent gestiegen sei.

Durch die Vielzahl der Probleme, wozu auch Personalmangel und zu wenig Züge gehören,  hat sich die Bahn offenbar sogar von ihrem Pünktlichkeitsziel verabschiedet. Der erwünschte Anteil von 82 Prozent an allen Fahrten soll nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst 2025 erreicht werden, wie aus den Dokumenten hervorgeht. Aktuell liegt die Quote bei nur 73 Prozent.

Darauf will DB-Chef Richard Lutz nun mit einem großen Maßnahmenpaket reagieren. So sollen nach Informationen der Tageszeitung Welt die großen ICE-Instandhaltungswerke ausgebaut und der Personalbestand dort aufgestockt werden, um die hohen Anteil der Züge mit Mängeln deutlich zu reduzieren.

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