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Germania-Grounding: So reagieren die Veranstalter

Update 15:45 Uhr
Für Kunden, die auf Germania-Flüge gebucht wurden, kümmern sich die Veranstalter jetzt um Alternativen

Für Kunden, die auf Germania-Flüge gebucht wurden, kümmern sich die Veranstalter jetzt um Alternativen. Foto: Germania

Mit Umbuchungen und Hilfe für im Ausland gestrandete Fluggäste reagieren die Reiseveranstalter auf die Insolvenz des Charter- und Ferienfliegers Germania. 

So bucht Marktführer TUI die Gäste „sukzessive auf andere Flugverbindungen um“, wobei die meisten Kunden, die Germania gebucht hatten, mit der eigenen Airline TUI Fly befördert werden sollen. Der Ferienflieger sei in Kontakt mit den Flughäfen und anderen Partnern, „um zu prüfen, welche zusätzlichen Angebote dargestellt werden können“, heißt es aus Hannover. „Wir können unseren Kunden versichern, dass wir alles Notwendige tun, um ihren Flug sicherzustellen“, unterstreicht TUI-Touristikchef Stefan Baumert. Gleichfalls beschaffe TUI für gestrandete Kunden in den Urlaubsgebieten Ersatzflüge.

Auch Konkurrent Thomas Cook konzentriert sich zunächst darauf, bereits gereiste Pauschalreisekunden aus den Urlaubsgebieten zurückzuholen. So habe man für alle Gäste auf den Kanaren, die auf einem Germania-Flug gebucht waren, bis einschließlich 10. Februar Rückflüge mit der Konzern-Airline Condor gesichert. „Auch für den Großteil der Flüge im Kurzfristbereich haben wir bereits Alternativen gefunden“, betont Deutschland-Chefin Stefanie Berk.

Zudem arbeitet Cook derzeit an einem Ersatzflugplan. Dabei sollen die Kunden chronologisch nach Reisetermin kontaktiert werden, um ihnen eine Flugalternative anzubieten.

Auch bei DER Touristik arbeitet das Krisen-Management „mit Hochdruck daran, die Einschränkungen für unsere Gäste gering zu halten“, so eine Sprecherin. Der Reisekonzern buche alle Pauschalreisegäste schrittweise nach Abreisedatum auf Alternativflüge um, wobei auf Flugpartner wie Condor, Eurowings und TUI Fly zurückgegriffen werde.

Ähnlich hört es sich bei Alltours an: Für Flugreisen mit Germania in der laufenden Winter- und der bevorstehenden Sommersaison werde der Veranstalter eine Ersatzbeförderung organisieren. Dies gelte auch für die kurzfristig bevorstehenden Reisetermine. Am heutigen Tag werde es jedoch zu einigen Einschränkungen und Verzögerungen kommen, heißt es von Alltours.

Bei FTI seien in Relation zum Gesamtvolumen von Germania innerhalb der nächsten Tage „nur wenige Buchungen betroffen“, heißt es vom Münchner Veranstalter. Dabei gehe es vor allem um Verbindungen nach Madeira und Zypern. „Für die Organisation von Ersatzbeförderung greifen wir auf das gesamte, verfügbare Flugangebot des Marktes zurück“, erläutert eine FTI-Sprecherin. Auf Kundenwunsch seien kostenfreie Stornierungen bei Abreisen bis einschließlich 15. Februar möglich.

Während sich die Mitbewerber mit konkreten Angaben zu Buchungen oder Sitzplatzkontingenten zurückhalten, macht eine von Schauinsland-Reisen genannte Zahl die Tragweite deutlich, die der Wegfall der Germania-Kapazitäten besitzt: Allein bei dem Duisburger Reiseanbieter sind bis Ende des Sommers 70.000 Gäste von der Umbuchung betroffen. Bei TUI bewegt sich der Kundenanteil mit Germania-Flug über die Winter- und Sommersaison nach eigenen Angaben „im einstelligen Prozentbereich“.

Für Gäste mit Abflug bis einschließlich 31. März arbeitet auch Schauinsland an einer Ersatzbeförderung. Für Kunden mit Abflug ab dem 1. April werde derzeit ein Ersatzflugplan erstellt.

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