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Boeing-Grounding: Wird’s im Sommer eng?

Update: 11:15 Uhr
Problemflieger: Airlines hoffen, dass die Max-Flieger von Boeing möglichst schnell wieder abheben können

Problemflieger: Airlines hoffen, dass die Max-Flieger von Boeing möglichst schnell wieder abheben können. Foto: wikimedia

Der Problemflieger Boeing 737 Max muss auf absehbare Zeit am Boden bleiben. Sogar der Flugzeugbauer selbst empfiehlt inzwischen ein vorübergehendes Startverbot. Die bange Frage, die sich nun stellt: Wird das Auswirkungen auf den Flugbetrieb in der anstehenden Sommersaison haben? 

Branchenexperten können sich das vorstellen. Sollte sich das Flugverbot bis in die Osterferien ziehen, werde es erste spürbare Kapazitätsprobleme geben, sagte der Hamburger Airline-Berater Gerald Wissel der Nachrichtenagentur DPA. Und dieses Szenario ist durchaus realistisch: Denn nachdem Präsident Donald Trump auch für die USA ein Max-Grounding verhängt hat, heißt es nun von der Luftfahrtbehörde FAA, dass sie erst „innerhalb von ein paar Monaten“ mit einer Starterlaubnis rechne.

Gleichwohl versuchen Airlines, die diesen Flugzeugtyp in Deutschland einsetzen oder dies für die Sommersaison planen, zu beruhigen. So sieht Ferienflieger TUI Fly in Deutschland, der im Verlauf des Sommers vier 737-Max-8-Maschinen einflotten will, keinen akuten Handlungsbedarf. „Noch haben wir die volle Flexibilität, um bei Bedarf umzuschichten“, betont Airline-Sprecher Aage Dünhaupt. Man werde alle geplanten Flüge durchführen können, weshalb momentan die Umbuchungs- und Stornierungsregeln nicht geändert werden müssten.

Wird das Boeing-Grounding ein längerfristiges Thema, müssen sich die Airlines allerdings nach Ersatz umschauen. Denkbar sind aus Expertensicht etwa das Verschieben von Wartungsterminen anderer Maschinen oder Wetlease-Verträge mit Drittanbietern.

Eine Möglichkeit ist auch, auf größere Maschinen in der Bestandsflotte auszuweichen, wie es der isländische Carrier Icelandair praktiziert. Momentan könne der aktuelle Flugplan auf den deutschen Strecken „ohne Limitierungen“ mit Boeing-757-Maschinen bewältigt werden, so der hiesige Account Manager Lukas Hofmeister. Davon abgesehen seien bislang lediglich drei von insgesamt 33 Flugzeugen der Airline betroffen.

Allerdings plant auch Icelandair, die Flotte in diesem Jahr mit mehreren Max-Fliegern aufzustocken. Und diese werden sicherlich unter anderem für den deutschen Markt benötigt, um die ab Mai geplante Verdoppelung des Flugangebots zu bewerkstelligen. „Ob und wie wir dann umplanen, werden wir in Ruhe besprechen und Optionen abwägen“, so Hofmeister.

Abwartend zeigt sich auch der Ferienflieger Corendon, der ab Mai eine Max-8-Maschine in Köln/Bonn stationieren und vor dort aus viele Sonnenziele anfliegen will. Derzeit gebe es keine Einschränkungen, da alle Flüge von und nach Deutschland noch mit Boeing-Maschinen vom Typ 737-800 durchgeführt werden, so die knappe Rückmeldung aus der türkischen Zentrale des Carriers.

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