Verkehr

Airlines: Unfallgefahr durch knappen Luftraum

Viel los in der Luft über Deutschland – das sorgt für gefährliche Situationen

Viel los in der Luft über Deutschland – das sorgt für gefährliche Situationen. Foto: Kranich17/Pixabay

In Deutschland nimmt der Flugverkehr immer mehr zu. Dadurch sei die Gefahr von Unfällen durch Zusammenstöße von Flugzeugen relativ hoch, wie eine Recherche des NDR ergeben hat.

Demnach ist es in den vergangenen vier Jahren im Luftraum über Deutschland zu über 170 potenziell gefährlichen Annäherungen von Luftfahrzeugen gekommen, wie Zahlen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zeigen. Dabei handle es sich mehrheitlich um Alarme von Kollisionswarnsystemen, die Verkehrspiloten zur sofortigen Kursänderung auffordern. In anderen Fällen seien gefährliche Annäherungen und Beinahezusammenstöße von Piloten beobachtet worden, heißt es im NDR-Bericht.

Immer wieder kommt es auch im „gemischten Luftraum“, einer von großen und kleinen Flugzeugen genutzten Zone in der weiteren Umgebung von Verkehrsflughäfen, zu Zwischenfällen. So gab es 2018 allein in Nordrhein-Westfalen im Umfeld der Flughäfen Weeze und Paderborn in mindestens acht Fällen Annäherungen zwischen Verkehrsflugzeugen und Segelfliegern, bei denen Passagiermaschinen teils mehrmals ausweichen mussten, um einen Zusammenstoß zu verhindern.

Luftfahrtexperten gehen davon aus, dass die Gesamtzahlen noch höher sind, weil Meldungen auch bei anderen für die Luftfahrt zuständigen Behörden eingehen. Zudem gebe es eine erhebliche Dunkelziffer nicht gemeldeter Zwischenfälle.

Neben der steigenden Zahl von Flügen werden inkompatible Kollisionswarnsysteme großer und kleiner Flugzeuge und fehlende Funktechnik bei Privatfliegern als Gründe genannt. Dazu komme das Verhalten von Verkehrspiloten, die aufgrund des Zeitdrucks Abkürzungen durch mit Segelfliegern gemeinsam genutzte Lufträume nehmen.

   

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